Berlin. Viele Berliner Siebtklässler haben keinen Platz an einer ihrer drei Wunsch-Oberschulen erhalten. Das sorgt bei Eltern und Schülern für große Verunsicherung. Lohnt sich eine Klage? Der Berliner Rechtsanwalt Olaf Werner, spezialisiert auf Schulplatzklagen, rät zu schnellem Handeln: „Jetzt keine Zeit verlieren.“
Warum Klagen oft erfolgreich sind
Nach den Sommerferien beginnt das neue Schuljahr, doch Tausende Kinder in Berlin haben noch keine Zusage für eine Oberschule. Besonders betroffen sind Siebtklässler, die auf weiterführende Schulen wechseln möchten. Viele Familien haben ihre Wunschliste eingereicht, aber nur einen Ablehnungsbescheid erhalten. „Die Verwaltung ist überlastet, und viele Schulen sind voll“, erklärt Werner. „Doch das Recht auf einen Schulplatz ist ein hohes Gut.“
Eine Klage kann dann sinnvoll sein, wenn die Schule nachweislich noch Kapazitäten hat oder wenn die Ablehnung auf fehlerhaften Kriterien beruht. „Eltern sollten prüfen, ob die Schule tatsächlich keine Plätze mehr hat“, so der Anwalt. „Oft werden Plätze erst später frei, weil andere Kinder abspringen.“
Fristen und Kosten beachten
Wichtig ist, die Fristen für eine Klage einzuhalten. In Berlin beträgt die Frist in der Regel vier Wochen nach Erhalt des Ablehnungsbescheids. „Wer zu lange wartet, verliert das Recht auf eine Klage“, warnt Werner. Die Kosten für eine Schulplatzklage variieren, liegen aber meist zwischen 500 und 1.500 Euro. In manchen Fällen übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten.
Der Anwalt empfiehlt, vor einer Klage das Gespräch mit der Schule zu suchen. „Manchmal reicht ein freundliches Telefonat, um einen Platz zu bekommen.“ Doch wenn das nicht hilft, sei der Gang zum Verwaltungsgericht oft der einzige Weg.
Was Eltern jetzt tun sollten
- Prüfen Sie den Ablehnungsbescheid genau: Ist die Begründung nachvollziehbar?
- Kontaktieren Sie die Wunschschule und fragen Sie nach freien Plätzen.
- Lassen Sie sich von einem Fachanwalt beraten – viele bieten eine kostenlose Ersteinschätzung.
- Reichen Sie die Klage fristgerecht ein, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Rechtsanwalt Werner betont: „Eltern sollten nicht zögern. Jeder Tag, der verstreicht, kann die Chancen auf einen Wunschschulplatz verringern.“ Das gilt besonders für Schulen mit hohem Andrang. Wer schnell handelt, erhöht die Erfolgsaussichten deutlich.
In den letzten Jahren haben immer mehr Familien in Berlin erfolgreich Schulplätze eingeklagt. Die Gerichte geben den Klagen häufig statt, wenn die Verwaltung Fehler gemacht hat. „Die Behörden sind oft überfordert“, so Werner. „Eine Klage ist nicht nur ein Recht, sondern auch ein notwendiges Mittel, um die eigenen Interessen durchzusetzen.“
Für viele Berliner Familien bleibt die Hoffnung, dass ihre Kinder noch einen Platz an einer guten Oberschule bekommen. Mit einer Klage steigen die Chancen – doch Eile ist geboten.



