Nach dem rätselhaften Tod von 15 Elefanten im Amboseli-Nationalpark in Kenia hat der Kenya Wildlife Service (KWS) eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Die Tiere verendeten zwischen Ende Juni und Ende Juli 2026 im Park und dessen Umgebung. Besonders besorgniserregend: Zehn der Elefanten zeigten ähnliche Symptome, darunter eine Teillähmung der Hinterbeine, die sie innerhalb von ein bis zwei Tagen bewegungsunfähig machte und schließlich zum Tod führte.
Symptome deuten auf Gift hin
Laut KWS waren die betroffenen Tiere nicht mehr in der Lage, sich auf den Beinen zu halten, und brachen zusammen. Bei den übrigen fünf Kadavern war der Verwesungszustand bereits so weit fortgeschritten, dass eine genaue Todesursache nicht mehr festgestellt werden konnte. Die toten Elefanten sind überwiegend weibliche Tiere und Jungtiere; nur ein männlicher Bulle befand sich unter den Opfern. Vorläufige Untersuchungen der University of Nairobi deuten bei mehreren der Elefanten auf eine mögliche giftige Substanz hin. Allerdings müssen deren Konzentration, Bedeutung und Herkunft noch überprüft werden. Ein erster amtlicher Test auf ein bekanntes Gift fiel negativ aus; weitere Tests sind angeordnet.
Behörden prüfen Umweltfaktoren
Die kenianischen Behörden untersuchen auch Wasserquellen und andere mögliche Umweltverschmutzungen im Gebiet des Amboseli-Nationalparks. Der KWS betonte, dass es derzeit keine Hinweise auf ein Risiko für die Gesundheit von Menschen gebe. Der Park, der an der Grenze zu Tansania liegt und für seine atemberaubende Aussicht auf den Kilimandscharo bekannt ist, zieht jährlich Zehntausende Touristen an. Die Elefantenherden des Parks sind eine der Hauptattraktionen.
Experten suchen nach Ursache
Die genaue Ursache des Massensterbens bleibt vorerst unklar. Der KWS arbeitet mit der University of Nairobi sowie weiteren Partnern zusammen, um die Todesfälle aufzuklären. In der Vergangenheit gab es in afrikanischen Nationalparks immer wieder ungeklärte Elefantentode, die auf natürliche Gifte in Pflanzen oder Wasser, aber auch auf illegale Vergiftungen durch Wilderer zurückgeführt werden konnten. Die Untersuchungen im Amboseli-Nationalpark laufen auf Hochtouren.



