EU einigt sich auf Bargeld-Annahmepflicht: Ein Triumph für Freiheit
EU einigt sich auf Bargeld-Annahmepflicht

Die Europäische Union hat nach dreijährigen Verhandlungen eine Einigung erzielt, die Barzahlungen in der gesamten EU stärkt. Künftig müssen nahezu alle Händler – von Supermärkten bis zu Behörden – Bargeld akzeptieren. Damit reagiert die EU auf den Trend zur bargeldlosen Zahlung, der vor allem in Krisenzeiten wie Stromausfällen oder Cyberangriffen Probleme bereiten kann.

Markus Ferber: „Ein Stück Freiheit“

Zentrale Figur der Initiative ist der dienstälteste deutsche EU-Abgeordnete Markus Ferber (61, CSU). Er bezeichnet Bargeld als „ein Stück Freiheit“, das Anonymität gewähre. Gegenüber BILD betont Ferber: „Dass immer mehr Händler kein Bargeld annehmen wollten, haben wir nicht akzeptieren können.“ Eine BILD-Umfrage gibt ihm recht: 88 Prozent der Leser stimmten gegen eine Abschaffung von Scheinen und Münzen. Ferber verweist auch auf die praktische Notwendigkeit: „Im Notfall ist nur Bares Wahres – etwa bei Stromausfall, Cyberangriff oder Überschwemmung muss der Handel weiterlaufen können.“ Supermärkte und Apotheken nennt er als Beispiele.

Sozialdemokraten für Wahlfreiheit

Auch die SPD im EU-Parlament unterstützt die Annahmepflicht. Der Wirtschaftsexperte Matthias Ecke (43, SPD) sagt: „Es geht darum, den Menschen die Wahlfreiheit zu lassen.“ Das gelte auch für Behörden wie Bürgerämter. Ecke hat zudem den digitalen Euro im Blick, der ab Anfang 2029 per Smartphone kommen soll. Dieser müsse eine kostenlose, sichere und europäische Alternative zu US-Zahlungsdiensten bieten.

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Verena Bentele: Lanze für Schwächere

Verena Bentele (44), Präsidentin des Sozialverbands VdK und selbst blind, setzt sich für Menschen ohne Alternative zum Bargeld ein. „Eine App oder ein Kartenlesegerät ist für viele ältere oder eingeschränkte Menschen eine echte Hürde“, erklärt sie. Ihr Argument findet sich im Gesetzentwurf der EU-Kommission wieder. Die Petition „Bargelderhalt“ mit 370.000 Unterschriften weist zudem auf Kinder hin, die auf Bargeld angewiesen sind.

Engin Eroglu gegen „schwachsinnigen Populismus“

Der Abgeordnete Engin Eroglu (44, Freie Wähler) wetterte im EU-Parlament gegen den „schwachsinnigen Populismus, dass Bargeld abgeschafft werden soll“. Laut einer von ihm zitierten Studie nutzen 96 Prozent der Menschen in Deutschland Geldautomaten für Bargeldabhebungen. Eroglu fordert ein engmaschiges Netz an Automaten: „Eine niedrigschwellige Bargeldversorgung ist auch auf dem Land wichtig für gesellschaftliche Teilhabe und Gleichberechtigung.“

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