Im Stausee Quitzdorf hat das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz eine Warnung vor dem Baden ausgesprochen. Grund sind massenhaft aufgetretene Blaualgen, die bei einer mikroskopischen Untersuchung durch die Landesuntersuchungsanstalt Dresden nachgewiesen wurden. Das Landratsamt teilte mit, dass vor allem kleine Kinder den Kontakt mit dem Wasser meiden sollten.
Gesundheitsrisiken durch Blaualgen
Bei den festgestellten Algen handelt es sich laut Behörde um „potenzielle Toxinbildner“, die eine gesundheitliche Gefahr für Badende darstellen können. Toxinbildner sind Mikroorganismen, die Gifte produzieren. Die Giftwirkung kann sich verstärken, wenn über mehrere Tage hinweg wiederholt mit Cyanobakterien belastetes Wasser verschluckt wird.
„Bereits die Aufnahme von 20 bis 100 Millilitern stark belastetem Wasser kann gesundheitliche Beschwerden verursachen. Dazu zählen unter anderem Leberschädigungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Augen-, Ohren- und Halsentzündungen, Muskelkrämpfe sowie Hautreizungen und allergische Reaktionen“, erklärte die Behörde.
Trübes Wasser und geringe Sichttiefe
Zusätzlich wurde bei einer Kontrolle am Steg des Campingplatzes Kollm Nord eine Sichttiefe von lediglich 0,25 Metern festgestellt. Die erforderliche Mindestsichttiefe von einem Meter ist damit deutlich unterschritten. Dies kann insbesondere bei Rettungseinsätzen zu erhöhten Sicherheitsrisiken führen.
Nach Angaben des Landratsamtes kann die Belastung mit Blaualgen innerhalb eines Gewässers unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie hängt unter anderem von Standort und Windrichtung ab. Aktuell sind im Stausee grüne Schlieren sichtbar.
Hintergrund: Blaualgen und ihre Folgen
Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, sind Bakterien, die Photosynthese betreiben. Bei starker Vermehrung können sie Giftstoffe freisetzen, die für Menschen und Tiere gefährlich sind. Die Warnung des Gesundheitsamtes bleibt bestehen, bis die Belastung zurückgeht.



