Brand im Müritz-Nationalpark außer Kontrolle: 269 Hektar in Flammen
Brand im Müritz-Nationalpark: 269 Hektar brennen

Brand im Müritz-Nationalpark außer Kontrolle

Der Brand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern bleibt außer Kontrolle und entwickelt sich zu einem der größten Brände der vergangenen Jahre in dem Bundesland. Auf einem mit Altmunition belasteten ehemaligen Truppenübungsplatz steht inzwischen eine Fläche von 269 Hektar in Flammen, teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit. Das entspricht fast 400 Fußballfeldern.

Massiver Einsatz von Feuerwehr und Technik

Derzeit sind etwa 375 Einsatzkräfte vor Ort. Am Vormittag wird voraussichtlich Unterstützung aus Bayern eintreffen. Die Einsatzkräfte aus Bayern bringen nicht nur Wassersprenger mit, sondern auch einen Schlauchwagen mit insgesamt 2000 Meter langen Schläuchen. Zudem wollen 20 Kameradinnen und Kameraden aus Bayern bei der Brandbekämpfung helfen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will heute in die betroffene Region kommen.

Altmunition erschwert Löscharbeiten

Wegen der nicht explodierten Munition kann die Feuerwehr bisher nicht direkt an den Brand heran. Sie versucht stattdessen, das Feuer von außen einzudämmen – etwa mit Kreisregnern, die sonst zur Bewässerung genutzt werden. Die Polizei bittet erneut, Rad- und Wanderwege im betroffenen Bereich nicht zu nutzen. Kanuten und Kanutinnen sollten nicht von den Seen in die Havel wechseln.

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ABC-Erkunder im Einsatz

Wegen möglicher giftiger Gase – etwa Phosphor in der Munition – ist ein sogenannter ABC-Erkunder im Gelände unterwegs, ein Sonderfahrzeug des Katastrophenschutzes, das mit seinen hochpräzisen Messinstrumenten Gase oder Radioaktivität erkennen und messen kann. Es bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung, versicherte der Landkreis.

Feuer bewegt sich in Richtung Granzin

Zuletzt bewegte sich das Feuer nach Angaben eines Landkreissprechers vom Mittwoch weiter in Richtung der Ortschaft Granzin. Zwischen Waldgrenze und Siedlung gebe es einen Acker, der mehrfach umgepflügt worden sei, um brennbares Material unter die Erde zu bekommen. Außerdem seien auch dort Kreisregner aufgebaut worden.

Evakuierungen bestehen fort

Die bereits am Dienstagabend angeordnete Evakuierung der Orte Granzin und Granziner Mühle bleibe bestehen. Granzin hat laut Website der Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohner.

Einsatz könnte noch Tage dauern

Gemeldet wurde der Brand am Montag. Seitdem läuft der Einsatz. Hoffnung auf Regen in nennenswerter Menge in der Region gebe es erst in Richtung Ende der Woche, hieß es aus dem Landkreis. In jedem Fall werde der Einsatz noch Tage dauern.

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