Bei einem Großbrand in der hessischen Kreisstadt Lauterbach ist nach ersten Schätzungen der Feuerwehr ein Sachschaden von mindestens fünf Millionen Euro entstanden. Das Feuer brach am Mittwoch in einem Restaurant am Marktplatz aus und griff rasch auf benachbarte historische Fachwerkhäuser über. Drei Gebäude wurden direkt durch die Flammen beschädigt, zwei weitere durch die enorme Hitzeentwicklung und die Löscharbeiten so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass insgesamt fünf Häuser vorerst unbewohnbar sind. Ein Teil der Bausubstanz gilt zudem als einsturzgefährdet.
Fünf Verletzte durch Rauchgase
Die Polizei teilte mit, dass fünf Menschen durch Rauchgase verletzt wurden: zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr und drei Anwohner. Sie wurden medizinisch versorgt, über die Schwere der Verletzungen liegen zunächst keine weiteren Angaben vor. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der engen Bebauung und der historischen Holzkonstruktionen als äußerst schwierig.
Historische Altstadt betroffen
Lauterbach liegt im Vogelsbergkreis und hat rund 14.000 Einwohner. Die Stadt ist bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die sich in langer Reihe an die alte Stadtmauer aus dem Jahr 1266 schmiegen. Die betroffenen Gebäude am Marktplatz stehen unter Denkmalschutz und sind Teil der Deutschen Fachwerkstraße, einer touristischen Route, die durch mehrere Bundesländer führt. Der Brand hat nicht nur materielle Werte zerstört, sondern auch einen Teil des kulturellen Erbes beschädigt.
Ermittlungen zur Brandursache laufen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Derzeit gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung, jedoch werden alle Möglichkeiten geprüft. Das Restaurant, in dem das Feuer ausbrach, war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs geöffnet. Die Gäste und Mitarbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, sodass keine weiteren Personenschäden zu beklagen sind. Die Stadtverwaltung richtete eine Notunterkunft für die betroffenen Anwohner ein und rief Spenden für die Geschädigten auf.
Der Vorfall zeigt erneut die besondere Gefährdung historischer Fachwerkbauten bei Bränden. Aufgrund der trockenen Holzkonstruktionen können sich Flammen extrem schnell ausbreiten, wie in Lauterbach geschehen. Die Feuerwehr betont, dass trotz des schnellen Eingreifens ein Totalverlust mehrerer Gebäude nur knapp verhindert werden konnte. Der Wiederaufbau der beschädigten Häuser wird voraussichtlich Jahre dauern und hohe Summen verschlingen.



