Mitten in der kroatischen Region Dalmatien, unweit der kleinen Stadt Rogoznica, liegt der Drachenaugensee. Der See, der rund 10.000 Quadratmeter groß und an seiner tiefsten Stelle etwa 15 Meter tief ist, wird von bis zu 24 Meter hohen Felsen umschlossen. Nur rund 100 Meter trennen ihn vom Mittelmeer, mit dem er unterirdisch verbunden ist, wie TRAVELBOOK berichtet.
Plötzliche Veränderung des Wassers
An sonnigen Tagen schimmert der Drachenaugensee in einem intensiven Blau. Doch ohne erkennbare Vorwarnung verändert sich der See drastisch: Das Wasser wird milchig-trüb, verliert seine Farbe und wirkt wie ausgestorben. Wenig später kehrt alles zum Normalzustand zurück. Dieses Phänomen wird durch einen chemischen Prozess ausgelöst.
Der See enthält viel Schwefelwasserstoff, ein giftiges Gas. Ab einer Tiefe von neun Metern gibt es keinen Sauerstoff mehr. Durch die plötzliche Durchmischung der Wasserschichten, möglicherweise ausgelöst durch Erdbeben oder seismische Aktivitäten, kommt es zu einer Übersättigung mit Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und anderen Gasen. Unter diesen Bedingungen ist ein Überleben im See nicht möglich.
Auswirkungen auf die Tierwelt
Was genau mit den Tieren geschieht, ist nicht eindeutig geklärt. Manche Quellen im Internet behaupten, die Fauna sterbe. Laut der offiziellen kroatischen Tourismuswebsite wandern die Tiere dagegen vorübergehend ins Meer ab und kehren später zurück.
Legenden um den See
Der Drachenaugensee ist von zahlreichen Sagen umwoben. Eine bekannte Legende erzählt von dem Drachen Murin, Sohn der Göttin Hera und des Meeresgottes Poseidon. Er soll die Menschen beschützt haben, verlangte aber jedes Jahr das schönste Mädchen als Opfer. Eine andere Erzählung berichtet von einem UFO, das in den See gestürzt sein soll. Seitdem beginne das Wasser zu „kochen“, wenn die Außerirdischen Kontakt aufnehmen wollen.



