Dürre in Deutschland: Pegelstände von Grundwasser, Flüssen und Seen so niedrig wie selten
Dürre in Deutschland: Pegelstände auf Rekordtief

Deutschland erlebt eine der schwersten Dürreperioden der letzten Jahrzehnte. Kaum Regen und anhaltende Hitze lassen die Pegelstände von Grundwasser, Flüssen und Seen vielerorts auf Rekordtief sinken. Neue Daten des Umweltbundesamtes belegen die dramatische Lage: In zahlreichen Regionen liegen die Wasserstände deutlich unter dem langjährigen Mittel.

Besonders betroffen: Nord- und Ostdeutschland

Besonders stark von der Trockenheit betroffen sind die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In Niedersachsen ist die Elbfähre „Tanja“ bei Neu Darchau aufgrund des niedrigen Wasserstandes außer Betrieb. Normalerweise verbindet sie die beiden Ufer, doch derzeit ist die Fahrrinne vielerorts zu flach. Auch der Grundwasserspiegel ist in weiten Teilen Norddeutschlands auf ein kritisches Niveau gefallen. Laut dem Deutschen Wetterdienst fielen in den letzten vier Wochen in einigen Regionen weniger als 20 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Schifffahrt

Die Dürre hat weitreichende Folgen. Landwirte klagen über Ernteausfälle, insbesondere bei Mais und Getreide. „Die Situation ist ernst. Wir rechnen mit Einbußen von bis zu 30 Prozent“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Auch die Binnenschifffahrt leidet: Auf dem Rhein und der Elbe gelten bereits Niedrigwasserbeschränkungen, die den Transport von Gütern behindern. Die Pegelstände an der Elbe in Magdeburg liegen derzeit bei nur 1,20 Metern – ein historischer Tiefstand für diese Jahreszeit.

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Wasserentnahme eingeschränkt

In mehreren Landkreisen wurden bereits Wasserentnahmeverbote erlassen. In Teilen Bayerns und Hessens ist das Bewässern von Gärten und das Befüllen von Pools untersagt. Die Kommunen appellieren an die Bürger, sparsam mit Wasser umzugehen. „Jeder Tropfen zählt“, so ein Sprecher des Umweltministeriums. Die Grundwasserneubildung ist in vielen Regionen nahezu zum Erliegen gekommen.

Klimawandel als Treiber

Experten sehen die anhaltende Trockenheit als Folge des Klimawandels. „Solche Extreme werden häufiger und intensiver“, erklärt eine Klimaforscherin vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland lag im Juni und Juli 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Ohne eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen würden Dürreperioden dieser Art zur Normalität werden.

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