Die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners in Berlin verwandeln sich derzeit in harmlose Falter, doch das Problem bleibt bestehen. In den nächsten Jahren dürfte die Plage sogar noch schlimmer werden, warnen Experten. Besonders betroffen ist der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, der mit rund 18.000 Eichen die meisten dieser Bäume in der Stadt beherbergt. Allein im Volkspark Jungfernheide stehen rund 10.000 Eichen.
Volkspark Jungfernheide besonders betroffen
Der 146 Hektar große Volkspark Jungfernheide ist ein Hotspot der Plage. Seit dem Frühjahr haben sich die Raupen dort sowie in den umliegenden Wohnquartieren extrem vermehrt. Die Brennhaare der Raupen können bei Menschen starke allergische Reaktionen auslösen, die wochenlang anhalten. Juckreiz, Hautausschläge und Atembeschwerden sind häufige Symptome.
Der Streit um geeignete Bekämpfungsmaßnahmen geht unterdessen weiter. Während einige eine chemische Bekämpfung fordern, setzen andere auf biologische Methoden wie den Einsatz von Nematoden oder das Absaugen der Nester. Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt prüft derzeit verschiedene Optionen, um die Plage in den Griff zu bekommen.
Klimawandel begünstigt Vermehrung
Der Klimawandel spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners. Trockene und warme Frühjahre begünstigen die Vermehrung der Raupen. In den letzten Jahren hat sich die Population in Berlin und Brandenburg deutlich vergrößert. Laut einem Bericht des Umweltbundesamtes wird sich dieser Trend fortsetzen, wenn die Temperaturen weiter steigen.
Betroffene Anwohner klagen über die starke Belastung. „Ich kann meinen Garten kaum noch nutzen, weil die Raupen überall sind“, sagt eine Bewohnerin aus Charlottenburg-Wilmersdorf. „Die Brennhaare fliegen durch die Luft und lösen bei mir und meinen Kindern Hautausschläge aus.“
Bekämpfung bleibt umstritten
Die Bekämpfung der Raupen ist aufwendig und teuer. In diesem Jahr hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bereits mehrere zehntausend Euro ausgegeben, um die Nester zu entfernen. Doch viele Nester hängen in unzugänglichen Höhen oder in Naturschutzgebieten, wo der Einsatz von Chemikalien verboten ist.
Die Senatsverwaltung setzt auf eine Kombination aus mechanischer Entfernung und biologischen Mitteln. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Plage einzudämmen“, sagt ein Sprecher. „Doch langfristig müssen wir uns auf eine steigende Anzahl von Eichenprozessionsspinnern einstellen.“
Fazit: Problem wird bleiben
Trotz der Verpuppung der Raupen zu Faltern wird die Plage in den nächsten Jahren nicht verschwinden. Im Gegenteil: Die Population wird sich voraussichtlich weiter ausbreiten. Die Berliner Behörden stehen vor der Herausforderung, wirksame und umweltverträgliche Bekämpfungsstrategien zu entwickeln.



