Angesichts der massiven Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Berlin plant der Senat eine koordinierte Strategie. Die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr hat die Bezirke zu einem Online-Gespräch am kommenden Dienstag eingeladen, wie aus einer der dpa vorliegenden Einladung hervorgeht. Damit reagiert der Senat auf ein Hilfeersuchen der Bezirke, die angesichts der wachsenden Population der Raupen um Unterstützung gebeten hatten.
Erfahrungsaustausch und bewährte Methoden
Ziel des Treffens ist es, die bisherigen Erfahrungen der Bezirke auszuwerten und besonders wirksame Vorgehensweisen zu identifizieren. „Darüber hinaus wollen wir gemeinsam mögliche Maßnahmen für ein abgestimmtes und wirksames Vorgehen erarbeiten“, heißt es in der Einladung. Dabei sollen auch Fragen der Gesundheitsvorsorge und des Gesundheitsschutzes erörtert werden.
Bezirke fordern Neubewertung als Gesundheitsproblem
In einem Brief an den Senat betonten die Bezirke, dass der Eichenprozessionsspinner längst kein lokales Problem mehr sei. „Die Population breitet sich bezirksübergreifend aus“, schrieben sie. Sie fordern eine zentrale Koordination der Bekämpfung. Zudem solle der Schädling nicht mehr nur als Pflanzenschutz-, sondern als Gesundheitsproblem eingestuft werden, um andere Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen. Einige Bezirke rechnen für 2026 mit Kosten von über 500.000 Euro für die Maßnahmen.
Betroffene Parks und Maßnahmen
Besonders stark befallen sind unter anderem die Hasenheide in Neukölln, der Volkspark Wuhlheide, Siemensstadt in Spandau, der Schlosspark Schönhausen in Pankow und der Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg. In mehreren Bezirken werden die Raupen und Nester abgesaugt, vor allem an Bushaltestellen und Spielplätzen. In Berlin-Mitte wurden drei Sportanlagen vorsorglich gesperrt.
Gefahren durch Brennhaare
Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 25 bis 30 Millimetern. Die winzigen Brennhaare der Raupen können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Die Empfindlichkeit nimmt oft mit der Zahl der Kontakte zu. Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen möglichst zu meiden.



