In Selmsdorf im Landkreis Nordwestmecklenburg soll die erste Bodenwaschanlage Mecklenburg-Vorpommerns entstehen. Die Betreibergesellschaft BWI Bodenwaschanlage Ihlenberg wurde gegründet, teilten die IAG Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft und die GER Umweltschutz aus Grevesmühlen mit. Die Anlage ist dazu bestimmt, mineralische Abfälle wie belastete Böden und Bauschutt zu reinigen und als Sekundärrohstoffe wiederzuverwerten.
Umweltminister begrüßt Projekt
Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach von einem zukunftsweisenden Projekt zweier regionaler Abfallentsorger. „Wertvolle Ressourcen werden geschont. Der Großteil der belasteten Abfälle gelangt als Sekundärrohstoff in den wirtschaftlichen Kreislauf zurück und muss nicht deponiert werden“, sagte Backhaus. Zudem entfielen Transportwege zu Waschanlagen in anderen Bundesländern, was die Umwelt entlaste. Auch die Standort- und Arbeitsplatzsicherung werde durch das neue Unternehmen gestärkt.
Planungs- und Bauphase
Die Unternehmen rechnen mit einer mehrjährigen Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase. Den Angaben zufolge soll die Anlage im Jahr 2029 den Betrieb aufnehmen. Die genaue Kapazität und die Technik werden derzeit noch konzipiert, teilten die Gesellschafter mit. Die IAG Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft betreibt bereits die Deponie Ihlenberg, eine der größten in Norddeutschland. Die GER Umweltschutz ist auf die Behandlung von belasteten Böden spezialisiert.
Bedeutung für die Region
Bisher müssen belastete Böden und Bauschutt aus Mecklenburg-Vorpommern oft in andere Bundesländer zur Reinigung gebracht werden, was hohe Transportkosten und CO2-Emissionen verursacht. Die neue Anlage in Selmsdorf soll diese Wege verkürzen und die regionale Kreislaufwirtschaft stärken. Zudem werden Arbeitsplätze in der Region geschaffen und gesichert. Die genaue Zahl der neuen Stellen ist noch offen, jedoch erwarten die Betreiber eine deutliche Steigerung der Beschäftigung.
Technische Perspektiven
Bei der Bodenwäsche handelt es sich um ein physikalisches Verfahren, bei dem kontaminierte Böden mit Wasser und mechanischen Prozessen gereinigt werden. Schadstoffe werden abgetrennt und der saubere Boden kann etwa im Straßenbau oder für Geländemodellierungen wiederverwendet werden. Die Anlage in Selmsdorf soll nach dem Stand der Technik arbeiten und die strengen Umweltauflagen erfüllen. Das Projekt ist Teil der Landespolitik zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und zur Reduzierung von Deponieabfällen.



