In einem Container auf einem Wertstoffhof in Oldenburg haben Unbekannte mehrere alte und verwahrloste Bienenstöcke entsorgt. Die sogenannten Beuten mit Holzrahmen und Wabenzellen wurden zufällig entdeckt, wie ein Pressesprecher der Stadt mitteilte. Die Honigreste in den Stöcken stellen nach Einschätzung der Behörden ein erhebliches Risiko für Honigbienen dar. Das Veterinäramt und der Imkerverein wurden umgehend informiert.
Anziehungspunkt für Bienen aus der Umgebung
Die Bienenstöcke enthielten noch Honigreste, die Bienen aus der Nachbarschaft anlockten. Dadurch könnten Krankheitserreger aufgenommen und in andere Bienenvölker eingetragen werden. Besonders gefährlich ist die Amerikanische Faulbrut, eine bakterielle Erkrankung der Brut von Honigbienen. Diese Tierseuche ist meldepflichtig – bereits der Verdacht muss dem Veterinäramt gemeldet werden. Für Menschen besteht keine Gefahr.
Wabenproben zur Untersuchung nach Celle
Weder ein Imker noch das Veterinäramt konnten die im Container gefundenen Brutwaben hinsichtlich eines möglichen Seuchenrisikos abschließend bewerten. Deshalb wurden zwei Waben vorsorglich sichergestellt. Sie werden an das Institut für Bienenkunde Celle des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) geschickt. Dort soll geklärt werden, ob Krankheitserreger, insbesondere Sporen der Amerikanischen Faulbrut, vorhanden sind.
Die geöffneten Beuten und Waben wurden laut Sprecher in Plastiksäcken verpackt und verbrannt. Grundsätzlich gilt, dass alte Waben, Honig- und Wachsreste sicher verpackt werden müssen, damit sie keine Bienen anlocken. Die Stadt rät Imkern, vor der Entsorgung Honig- und Wabenreste gründlich zu entfernen und alles zu desinfizieren. Durch unsachgemäße Entsorgung können ganze Bienenbestände gefährdet werden.



