Hitzeschutz: Wer trägt künftig die Verantwortung bei Extremtemperaturen?
Hitzeschutz: Verantwortung bei Extremtemperaturen unklar

Knapp zwei Wochen ist es her, dass die erste große Hitzewelle des Jahres in Leipzig das Straßenbahnnetz lahmlegte und die Zahlen der Hitzepatienten in Hausarztpraxen und Rettungsstellen in die Höhe trieb. Am 28. Juni wurde im brandenburgischen Neißemünde-Coschen mit 41,7 Grad ein neuer Temperaturhöchstwert in Deutschland gemessen. Laut Robert-Koch-Institut kamen dabei mehr als 5000 Menschen ums Leben.

Umweltminister verweist auf Sondervermögen

Umweltminister Carsten Schneider betont, dass der Hitzeschutz eine Daueraufgabe sei, und verweist auf das Geld aus dem Topf des Sondervermögens. „Der Bund stellt über das Sondervermögen finanzielle Mittel bereit, um die Kommunen bei der Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen zu unterstützen“, erklärte Schneider. Er sieht den Bund in der Pflicht, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Kommunen klagen über Finanznot

Die Kommunen hingegen plädieren auf ihre angespannte Finanzlage. Viele Städte und Gemeinden sehen sich außerstande, die erforderlichen Investitionen in Hitzeschutzmaßnahmen wie Begrünung, Verschattung oder Notfallpläne allein zu stemmen. „Wir brauchen dringend eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung vom Bund, sonst werden wir die Schutzmaßnahmen nicht umsetzen können“, so ein Sprecher des Deutschen Städtetags.

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Hitzewelle mit tödlichen Folgen

Die jüngste Hitzewelle hat die Dringlichkeit des Themas deutlich gemacht. In Leipzig musste der Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt werden, weil die Schienen sich verformten. In vielen Regionen stieg die Zahl der Hitzepatienten in Arztpraxen und Krankenhäusern sprunghaft an. Das Robert-Koch-Institut bezifferte die Zahl der hitzebedingten Todesfälle auf über 5000. Dies zeigt, dass der Hitzeschutz nicht nur eine Frage des Komforts, sondern des Überlebens ist.

Wer trägt die Verantwortung?

Die Frage nach der Zuständigkeit für den Hitzeschutz bleibt weiter ungeklärt. Während der Bund auf die Eigenverantwortung der Länder und Kommunen verweist, fordern diese mehr Unterstützung von oben. Experten fordern einen nationalen Hitzeschutzplan, der klare Zuständigkeiten und ausreichende Finanzierung festlegt. Bis dahin bleibt die Gefahr durch extreme Temperaturen bestehen – und die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

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