Marathon-Studie: Männer erleiden häufiger Einbrüche als Frauen
Männer brechen beim Marathon häufiger ein als Frauen

Männer kämpfen beim Marathon häufiger mit einem massiven Leistungseinbruch in der zweiten Rennhälfte als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Auswertung von 873.334 Zieleinläufen des Berlin-Marathons zwischen 1999 und 2025. Obwohl Männer im Durchschnitt schneller sind, erleben sie deutlich öfter die gefürchtete Marathonwand.

Analyse von über 873.000 Marathonläufen

Forscher der Studie analysierten die Zwischenzeiten aller fünf Kilometer und verglichen das Tempo der ersten mit dem der zweiten Hälfte der 42,195 Kilometer langen Strecke. Berücksichtigt wurden ausschließlich Läuferinnen und Läufer, die das Ziel erreichten. Ein Leistungsabfall von mindestens 20 Prozent in der zweiten Hälfte wurde als Einbruch definiert.

Die Ergebnisse zeigen: Männer erreichten das Ziel im Durchschnitt nach 4:02 Stunden, Frauen nach 4:29 Stunden. Dennoch waren Männer etwa doppelt so häufig von einem Einbruch betroffen. Besonders deutlich war der Unterschied bei den schnellen Läufern mit einer Zielzeit unter drei Stunden: Hier waren Männer sechsmal häufiger betroffen als Frauen.

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Frauen laufen gleichmäßiger

52 Prozent der Frauen zeigten keinen nennenswerten Einbruch ihres Tempos, während es bei den Männern nur 36 Prozent waren. Auf den letzten fünf Kilometern verringerte sich die Geschwindigkeit der Männer im Schnitt um 18 Prozent, bei Frauen um 13 Prozent. Die Studie zeigt, dass Frauen ihr Tempo besser halten können.

Mögliche Ursachen für den Unterschied

Die Forscher nennen zwei mögliche Erklärungen für das Phänomen. Erstens deuten frühere Studien darauf hin, dass Frauen ihre Kohlenhydratreserven in den Muskeln möglicherweise länger erhalten können. Sind diese Speicher erschöpft, muss der Körper stärker auf Fett zur Energiegewinnung zurückgreifen – ein Wechsel, der oft in der zweiten Marathonhälfte erfolgt. Zweitens vermuten die Wissenschaftler, dass Frauen ihr Tempo realistischer einschätzen und sich ihre Kräfte besser einteilen. Männer könnten dagegen häufiger zu schnell starten und später stärker abbauen.

„Ob dieses unterschiedliche Wettkampfverhalten die beobachteten Unterschiede tatsächlich erklärt, müssen weitere Studien zeigen“, erklären die Autoren der Untersuchung.

Einschränkung der Studie

Eine Einschränkung der Untersuchung bleibt: Analysiert wurden nur Läuferinnen und Läufer, die das Ziel erreichten. Wer den Marathon wegen eines massiven Leistungseinbruchs abbrach, wurde nicht berücksichtigt. Dies könnte die Ergebnisse beeinflussen, da Männer möglicherweise häufiger aufgeben.

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