Tour de France: Van der Poel gewinnt Hitzeschlacht auf neunter Etappe
Van der Poel siegt auf verkürzter Hitzsetappe

Mathieu van der Poel hat die neunte Etappe der Tour de France gewonnen. Der Niederländer setzte sich am Sonntag im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe in Ussel durch. Es war sein dritter Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Die Etappe stand unter dem Zeichen extremer Hitze: Wegen Temperaturen über 40 Grad hatte der Wetterdienst Météo-France die höchste Hitzewarnstufe (rot) für das Département Corrèze ausgerufen. Die Strecke wurde daraufhin von ursprünglich 185,5 auf 155,5 Kilometer verkürzt – eine Premiere in der Tour-Geschichte.

Van der Poel: Enkel einer Legende triumphiert

Van der Poel, Enkel der französischen Radsport-Legende Raymond Poulidor, zeigte sich erleichtert: „Der Start der Tour war für unser Team nicht gut, aber wir haben geglaubt, dass wir das drehen können. Es ist gut, dass wir das noch vor dem Ruhetag am Montag gelöst haben.“ Der Fahrer von Alpecin-Premier Tech gestand: „Ich bin selbst auch nicht gut in die Tour gekommen, aber heute waren die Beine da.“ Obwohl er als bester Sprinter der Ausreißergruppe galt, war er sich unsicher: „Ich war mir dennoch nicht sicher zu gewinnen, weil ich unterwegs viel Energie gebraucht habe.“

Hitze zwingt zu Streckenverkürzung

Die außergewöhnliche Hitzewelle machte eine Anpassung des Rennens notwendig. Die Verkürzung sollte sicherstellen, dass das Rennen unter Einhaltung der mit der roten Warnstufe verbundenen Beschränkungen stattfinden kann. Konkret verließ das Peloton bereits in der neutralisierten Phase die ursprüngliche Route und nahm eine 30 Kilometer lange Abkürzung. Während der Etappe wurden weit über 40 Grad gemessen, im Durchschnitt lag die Temperatur bei 36 Grad.

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Gesamtwertung: Pogacar weiter vorn

In der Gesamtwertung hatte der Tag keine Auswirkungen. Tadej Pogacar (27/Slowenien) bleibt souverän in Führung vor Jonas Vingegaard (29/Dänemark). Die Favoriten kamen mit der ersten Gruppe ins Ziel, nur sechs Sekunden hinter dem Siegerquartett. Florian Lipowitz (25) vom deutschen Red-Bull-Team behauptete seinen siebten Platz in Schlagdistanz zum Podium. Lipowitz kommentierte: „Viele wollten in die Gruppe, aber es war ein super harter Tag. Das ganze Team ist die ganze Woche super gefahren, wir haben einen guten Job gemacht. Aber jetzt ist jeder glücklich über den Ruhetag am Montag.“

Ausreißergruppe und Sprintentscheidung

58 Kilometer vor dem Ziel setzte sich eine achtköpfige Spitzengruppe ab, die sich später halbierte. Van der Poel war eine treibende Kraft in der Gruppe. Sein Team hatte bereits seit Tagen auf einen Tagessieg gehofft, doch Sprinter Jasper Philipsen (28) war bisher leer ausgegangen. Nun sorgte van der Poel für den Erfolg. Die Etappe war die erste in der Geschichte der Tour, die aufgrund von Hitze verkürzt wurde.

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