Der eigene Klimarat hat dem Berliner Bezirk Pankow ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. In einer neuen Stellungnahme wirft der Rat insbesondere Teilen des Bezirksamts schwere Versäumnisse bei der Umsetzung des Pankower Klimaschutzkonzepts (KSK) vor. Das Gremium, das 2019 nach der Ausrufung des Klimanotstands ins Leben gerufen wurde, kritisiert eine ungebremste Abholzung und generelle Planlosigkeit.
Klimarat: Mehr Bäume gefällt als gepflanzt
„Mehr Bäume gefällt als gepflanzt“ – so lautet eine der zentralen Kritiken des Klimarats. In dem Bericht werden konkrete Negativbeispiele genannt, etwa der Kahlschlag in bestimmten Grünanlagen. Der Rat fordert ein sofortiges Umsteuern und eine konsequentere Anwendung des Klimaschutzkonzepts.
Bezirksamt in der Kritik
Besonders scharf fällt die Kritik an Teilen der Bezirksbehörden aus. Ihnen wird vorgeworfen, die selbstgesteckten Klimaziele zu ignorieren und stattdessen weiterhin auf Kosten der Umwelt zu handeln. Der Klimarat betont, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Klimaneutralität zu erreichen.
Laut dem Bericht fehlt es an einer klaren Strategie und an der Bereitschaft, notwendige Veränderungen umzusetzen. Der Rat fordert daher eine umfassende Neuausrichtung der Bezirkspolitik und mehr Transparenz bei Entscheidungen.
Forderungen des Klimarats
Der Klimrat hat mehrere zentrale Forderungen aufgestellt. Dazu gehören ein strikteres Baumschutzgesetz, die Priorisierung von Klimaschutz bei Bauprojekten und die Einrichtung einer unabhängigen Kontrollinstanz. Zudem soll das Bezirksamt regelmäßig über Fortschritte berichten.
Die Stellungnahme des Klimarats ist ein deutliches Signal an die Politik: Ohne ein radikales Umdenken werde Pankow seine Klimaziele verfehlen. Der Bezirk, der sich selbst als „Klima-Bezirk“ bezeichnet, steht nun unter Druck, die Kritik ernst zu nehmen und konkrete Schritte einzuleiten.



