Seit Ende Mai ist Parkinson offiziell als Berufskrankheit anerkannt. Grundlage ist die Erkenntnis, dass bestimmte Pestizide bei direktem Kontakt die Nervenkrankheit auslösen können. Voraussetzung für die Anerkennung ist eine mindestens 100-tägige Exposition gegenüber diesen Stoffen im Beruf.
Besonders gefährdet sind Landwirte, Weinbauern und Floristen, die regelmäßig mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kommen. Laut Parkinson-Stiftung verdoppelt häufiger Pestizidkontakt das Risiko, an Parkinson zu erkranken. Allerdings spielen auch individuelle Faktoren wie Erbanlagen eine Rolle.
Betroffene haben Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, darunter eine lebenslange Unfallrente, Reha-Maßnahmen sowie medizinische, therapeutische und psychologische Behandlung. Auch Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz wie der Austausch gefährlicher Stoffe oder persönliche Schutzausrüstung werden übernommen.
In Deutschland sind aktuell fast 400.000 Menschen an Parkinson erkrankt, weltweit über zehn Millionen. Die Zahl der Todesfälle durch Parkinson ist in den letzten zehn Jahren um mehr als 66 Prozent gestiegen. Neben Pestiziden gelten auch Luftverschmutzung und Ernährung als mögliche Ursachen.



