Wasserverbrauch in Potsdam: EWP ruft zu sparsamem Umgang auf
Potsdam: Trinkwassertacho zeigt kritische Werte

Trinkwassertacho warnt vor Engpässen

An heißen Tagen steigt der Wasserbedarf in Potsdam deutlich an. Der städtische Versorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) macht den täglichen Verbrauch über den 2025 gestarteten „Trinkwassertacho“ transparent. Eine Ampelfarben zeigt an, ob die Versorgung unproblematisch (grün), erhöht belastet (gelb) oder kritisch (rot) ist. Bereits in der ersten Hitzewelle im Juni bewegte sich Potsdam nahe am roten Bereich: Am 26. Juni wurden 46.654,625 Kubikmeter verbraucht, die kritische Schwelle liegt bei 46.800 Kubikmetern.

Gartenbewässerung als Haupttreiber

Luise Schubert, Wassermanagementexpertin der EWP, erklärte gegenüber den Potsdamer Neuesten Nachrichten: „Besonders wenn trockene und heiße Zeiten anstehen, gilt es, umsichtig mit der Ressource Trinkwasser umzugehen.“ Die EWP kann zwar auf drei Hochbehälter mit insgesamt 34.000 Kubikmetern Wasser zurückgreifen, doch das sei keine langfristige Lösung. Im gelben Bereich (ab 39.000 Kubikmeter pro Tag) empfiehlt der Versorger, den Verbrauch zu reduzieren und nicht notwendige Nutzungen einzuschränken.

Ein großes Einsparpotenzial sieht die EWP in der Gartenbewässerung: Mehrere 100 Liter pro Haushalt und Tag ließen sich sparen. Konkret rät sie zu einer „begrenzten Gartenbewässerung auf maximal zweimal pro Woche“ und dazu, die Beregnung von Rasenflächen einzustellen. „Der Rasen erholt sich im Übrigen mit dem nächsten ergiebigen Regen sehr schnell, selbst dann, wenn er schon sehr trocken ist“, so die EWP.

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Pools und Duschzeiten reduzieren

Auch das Befüllen oder Nachfüllen von Pools und größeren Wasserspeichern sollte vermieden werden, da so mehrere 1000 Liter je Vorgang gespart werden könnten. Zudem rät das Unternehmen, die Duschzeiten spürbar zu verkürzen: Zwischen 20 und 40 Liter pro Nutzung könnten eingespart werden. „Jeder eingesparte Liter hilft dabei, die Versorgung stabil zu halten“, betont die EWP.

Kritischer Bereich: Nur elementare Nutzung

Wird die Schwelle von 46.800 Kubikmetern überschritten, greifen verschärfte Maßnahmen. Die EWP appelliert dann, Trinkwasser „nur für elementare Zwecke zu nutzen, damit die reguläre Versorgung aller Haushalte und die Bereitstellung von Löschwasser weiterhin zuverlässig gewährleistet werden kann“. Gartenbewässerung soll komplett unterbleiben, nur Nutzpflanzen dürfen sparsam versorgt werden. Auch die Reinigung von Terrassen oder Einfahrten mit Trinkwasser ist dann tabu. Im Haushalt sollen „Komfortnutzungen mit Wasser“ auf das notwendige Maß reduziert werden, insbesondere beim Duschen.

Die Stadtverwaltung Potsdam hatte bereits Mitte Juli wegen gesunkener Pegel in Havel und Nuthe ein Wasserentnahmeverbot aus Flüssen und Seen erlassen. Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Für die Parks der Schlösserstiftung und städtische Grünanlagen wie die Freundschaftsinsel gelten Ausnahmen.

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