Potsdam verbietet Wasserentnahme aus Seen und Flüssen wegen Trockenheit
Potsdam verbietet Wasserentnahme aus Gewässern

Die Landeshauptstadt Potsdam hat die Wasserentnahme aus Seen, Flüssen und Gräben per Allgemeinverfügung untersagt. Das teilte das Rathaus am Mittwoch mit. Die Verfügung wurde in einem Sonderamtsblatt veröffentlicht und gilt den Angaben zufolge ab sofort bis zum 1. Oktober 2026 – falls sie nicht vorher aufgehoben wird. Es darf kein Wasser aus Oberflächengewässern abgepumpt werden, um unter anderem den Garten zu gießen. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Hintergrund: Anhaltende Trockenheit und Klimawandel

Hintergrund der Maßnahme sind die anhaltend niedrigen Wasserstände in den Gewässern infolge der Trockenheit. „In Potsdam treten in den Sommermonaten seit Jahren wiederkehrende Niedrigwassersituationen auf“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Der Klimawandel führe zu steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen und höheren Verdunstungsraten, was die Situation zusätzlich verschärfe.

Pegelstände auf Warnstufe Rot

Nach Angaben des Rathauses sind für Potsdam die Pegel der Nuthe bei Babelsberg sowie der Havel bei Ketzin maßgeblich. An den Messpunkten lagen die Durchflussmengen zuletzt deutlich im Bereich der Warnstufe Rot. Eine grundlegende Verbesserung der Situation sei derzeit nicht absehbar. Durch eine starke Wasserentnahme könnten die Wasserstände weiter sinken und das Algenwachstum sich verstärken. An der Badewiese am Groß Glienicker See, einer von drei offiziellen Badestellen, besteht derzeit nach Angaben des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz die Gefahr einer Algen- und Blaualgenmassenentwicklung. Keine Beanstandungen der Wasserqualität gibt es für das Waldbad Templin und das Stadtbad Park Babelsberg. Aufgrund von Sauerstoffmangel im Zuge einer zu starken Wasserentnahme könnte sich zudem das Fischsterben ausweiten.

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Appell zum sparsamen Umgang mit Wasser

Die Stadt ruft dazu auf, mit Wasser sparsam und verantwortungsvoll umzugehen. Es wird dazu geraten, Pflanzen möglichst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu bewässern, um Verdunstungsverluste zu minimieren. Zudem sollte seltener, dafür gründlicher gegossen werden, damit das Wasser tief in den Boden eindringen kann.

Praktische Tipps zur Wassereinsparung

Regenwasser sollte in Regentonnen oder Zisternen gesammelt und bei Trockheit zur Bewässerung genutzt werden. Damit Böden unter Bäumen und Sträuchern länger feucht bleiben, sollten sie mit Rindenmulch, Häckselgut oder Rasenschnitt abgedeckt werden. Die Stadt rät dazu, keine großen Rasenflächen anzulegen, die intensiv bewässert werden müssen. Zudem sollten Bürgerinnen und Bürger den Einsatz wassersparender Bewässerungssysteme wie einer Tröpfchenbewässerung prüfen.

Ähnliche Verbote in Brandenburg

Vor der Landeshauptstadt hatten mehrere Brandenburger Landkreise ähnliche Wasserentnahmeverbote erlassen, darunter auch Potsdam-Mittelmark.

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