Ein tragischer Vorfall erschüttert den Nationalpark Thung Yai Naresuan in Thailand: Ein 41-jähriger Wildhüter ist nach einem mutmaßlichen Tigerangriff ums Leben gekommen. Der Mann erlag seinen schweren Verletzungen, wie die thailändischen Behörden am Mittwoch mitteilten. Der Angriff ereignete sich in einem abgelegenen Gebiet des Schutzgebiets, das zum UNESCO-Welterbe gehört.
Abgeschiedene Region erschwert Rettung
Der Vorfall passierte am Dienstag, dem 21. Januar, als der Ranger zusammen mit einem Kollegen auf Patrouille war. Nach Angaben der Parkverwaltung wurden die beiden Männer von einem Tiger attackiert. Während der Kollege unverletzt blieb und Hilfe holen konnte, erlag der 41-Jährige noch am Unglücksort seinen Verletzungen. Die genauen Umstände des Angriffs sind noch unklar, die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet.
Die Region Thung Yai Naresuan ist bekannt für ihre dichte Wildnis und schwer zugängliche Bergwälder. Sie beherbergt eine der letzten großen Tigerpopulationen Südostasiens. Schätzungen zufolge leben in Thailand nur noch etwa 150 bis 200 Tiger in freier Wildbahn, die meisten davon in dieser Grenzregion zu Myanmar. Der Nationalpark ist Teil des „Western Forest Complex“, eines der größten zusammenhängenden Schutzgebiete der Region.
Mensch-Tier-Konflikt nimmt zu
Angriffe von Tigern auf Menschen sind selten, kommen aber vor, wenn die Tiere sich bedroht fühlen oder ihr Territorium verteidigen. In den letzten Jahren hat der Konflikt zwischen Mensch und Tier in Thailand zugenommen, da sich Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen immer weiter in die Lebensräume der Wildtiere ausbreiten. Die Parkverwaltung warnt regelmäßig vor Begegnungen mit Raubtieren und hat Sicherheitsvorkehrungen für Ranger und Besucher erhöht.
Der Tod des Rangers wirft erneut Fragen zur Sicherheit der Mitarbeiter in den Nationalparks auf. „Unsere Ranger riskieren täglich ihr Leben, um die Wildtiere und die Natur zu schützen“, sagte ein Sprecher des thailändischen Nationalpark-Departments. „Dieser tragische Vorfall zeigt, wie gefährlich ihre Arbeit sein kann.“ Die Behörde kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zusätzliche Schulungen für den Umgang mit Wildtieren anzubieten.
UNESCO-Welterbe mit einzigartiger Artenvielfalt
Der Thung Yai Naresuan Wildlife Sanctuary wurde 1991 zusammen mit dem benachbarten Huai Kha Khaeng Wildlife Sanctuary zum UNESCO-Welterbe erklärt. Das Gebiet erstreckt sich über mehr als 6000 Quadratkilometer und beherbergt eine außergewöhnliche Artenvielfalt, darunter Elefanten, Gibbons, Nebelparder und eben Tiger. Die UNESCO würdigt die Region als eines der bedeutendsten Schutzgebiete Südostasiens.
Die thailändische Regierung hat in den letzten Jahren verstärkt in den Schutz der Tiger investiert. Mit Hilfe von Kamerafallen und Patrouillen soll die Wilderei bekämpft und der Bestand der Großkatzen stabilisiert werden. Dennoch bleibt die Bedrohung durch Wilderei und Lebensraumverlust bestehen. Der Vorfall vom Dienstag zeigt, dass auch die Beschützer der Natur selbst Gefahren ausgesetzt sind.



