Der Rhein in Nordrhein-Westfalen erreicht immer neue historische Tiefstände. Nachdem am Wochenende mehrere Pegel Rekordwerte unterschritten haben, erwarten die Behörden für Donnerstag und Freitag noch drastischere Werte. In Emmerich liegt der Schwimmer des Pegels bereits trocken, und die Prognosen deuten auf weitere Rekordtiefs hin.
Pegel Köln: Neuer Tiefststand unterboten
Am Pegel Köln wurde am Samstag ein Stand von 67 Zentimetern gemessen – zwei Zentimeter weniger als der bisherige historische Tiefststand von 69 Zentimetern vom 23. Oktober 2018. Für Freitag erwarten die Experten nur noch 63 Zentimeter. Am Montagmittag lag der Pegel zwar bei 71 Zentimetern, doch der Abwärtstrend dürfte sich fortsetzen.
Düsseldorf: Prognose von 17 Zentimetern
In Düsseldorf wurde am Sonntag ein Pegelstand von 20 Zentimetern gemessen, drei Zentimeter unter dem alten Rekord von 23 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Nach einem leichten Anstieg auf 24 Zentimeter am Montag wird für Freitag ein Stand von nur noch 17 Zentimetern vorhergesagt.
Duisburg-Ruhrort: 144 Zentimeter erwartet
Am Pegel Duisburg-Ruhrort wurde am Sonntag ein neuer historischer Tiefststand von 149 Zentimetern registriert, womit der alte Rekord von 153 Zentimetern aus dem Jahr 2018 deutlich unterschritten wurde. Für Donnerstag und Freitag werden 144 Zentimeter erwartet – fünf Zentimeter weniger als der neue Tiefststand.
Emmerich: Pegel trockengefallen
In Emmerich liegt der Schwimmer des Pegels sogar trocken. Die Sonde misst aktuell minus sechs, wie Sprecher Moritz Axt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein mitteilte. Der historische Tiefstwert von minus einem Zentimeter vom 18. August 2022 wurde am Samstag mit minus zwei unterschritten. Für Donnerstag und Freitag wird ein Stand von minus neun Zentimetern erwartet.
„Es spitzt sich alles voraussichtlich noch stärker zu“, sagte Sprecher Moritz Axt. Die Prognosen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein zeigen für die kommenden Tage weiter fallende Pegelstände an den wichtigsten Messpunkten in Nordrhein-Westfalen.
Auswirkungen auf Schifffahrt und Wirtschaft
Das Niedrigwasser hat erhebliche Auswirkungen auf die Schifffahrt auf dem Rhein, einer der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas. Schiffe müssen ihre Ladung reduzieren, was zu Engpässen bei Transporten führen kann. Die Behörden beobachten die Lage genau und appellieren an die Binnenschifffahrt, sich auf die schwierigen Bedingungen einzustellen.
Die aktuellen Pegelstände liegen vielerorts unter den Werten von 2018, als das letzte extreme Niedrigwasser große wirtschaftliche Schäden verursachte. Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Situation in den kommenden Tagen noch kritischer werden könnte.



