Stromausfall in Reutlingen: Ermittler prüfen Brandstiftung in Umspannwerk
Stromausfall Reutlingen: Hinweise auf Brandstiftung

Nach dem großflächigen Stromausfall in Reutlingen gehen die Behörden nun verstärkt dem Verdacht auf Brandstiftung nach. Der Staatsschutz und das Antiterrorzentrum des Landeskriminalamts (LKA) haben die Ermittlungen übernommen. Bislang gibt es jedoch keine konkreten Hinweise auf mögliche Täter oder ein Motiv.

Brandbeschleuniger gesichert

Die Ermittler konnten am Brandort in dem Umspannwerk einen möglichen Brandbeschleuniger sicherstellen. Alle Spuren werden nun im Labor ausgewertet, wie das LKA mitteilte. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Verdacht der vorsätzlichen Brandlegung und der gezielten Störung öffentlicher Betriebe.

Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) betonte, man werde den Fall ergebnisoffen in alle Richtungen untersuchen – einschließlich der Möglichkeit eines terroristischen Hintergrunds. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) äußerte im ZDF die Vermutung, dass es sich um einen Brandanschlag handeln könnte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Betroffene Gebäude und Menschen

Reutlingen hat rund 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Minister Hagel waren etwa 7.600 Gebäude und rund 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. Eine Polizeieinsatzhundertschaft wurde nach Reutlingen verlegt, um Präsenz an kritischer Infrastruktur und in den betroffenen Gebieten zu zeigen.

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde beschädigt. Zeitweise waren Zehntausende Menschen ohne Strom, auch ein Krankenhaus war betroffen. Der entstandene Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Wiederherstellung der Stromversorgung

Am Montagmorgen war die Stromversorgung in Teilen der Kernstadt und dem dortigen Krankenhaus wieder hergestellt. Am Nachmittag wurden dann große Teile der Privathaushalte in den Stadtteilen Betzingen und Ohmenhausen wieder ans Netz angeschlossen. Auch Schulen und Kindergärten sind dort wieder mit Strom versorgt, teilte die Stadtverwaltung mit.

Unklar bleibt weiterhin, wann die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt sein wird. Die Ermittlungen der Spurensicherung, einschließlich des Einsatzes eines Brandmittelspürhundes, sind noch nicht abgeschlossen.

Erinnerungen an Berliner Anschläge

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich von Linksextremisten begangene Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden. Beim zweiten Anschlag am 3. Januar 2026 wurden 15 Kabel auf einer Kabelbrücke zerstört; die Stromversorgung war erst nach rund 100 Stunden wieder vollständig hergestellt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration