Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Bad Wörishofen und das gesamte Unterallgäu eine amtliche Warnung vor schweren Sturmboeen herausgegeben. Die Warnung gilt von Donnerstagnachmittag bis in die Nacht zum Freitag. Meteorologen rechnen mit Böen bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Diese könnten Bäume entwurzeln und Dachziegel von Häusern reißen. Die Behörden raten, sich nicht im Freien aufzuhalten und Fenster sowie Türen geschlossen zu halten.
Rekordhitze am Mittwoch
Bereits am Mittwoch hatte die Region einen neuen Temperaturrekord erlebt. In Bad Wörishofen wurden 38,5 Grad Celsius gemessen – so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947. Auch in anderen Orten des Unterallgäus kletterten die Temperaturen auf über 37 Grad. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015 um fast ein Grad übertroffen.
Die extreme Hitze sorgte für zahlreiche Einsätze von Rettungsdiensten. Besonders ältere Menschen und Kleinkinder litten unter der Belastung. Die Stadtverwaltung richtete kühle Räume in öffentlichen Gebäuden ein und verteilte kostenloses Wasser an Passanten. Auch die Kliniken meldeten eine erhöhte Zahl von Patienten mit Kreislaufproblemen.
Ursache: Tiefdruckgebiet über Nordeuropa
Ursache für den Wetterumschwung ist ein Tiefdruckgebiet, das von Nordeuropa nach Süden zieht. Es kollidiert mit der heißen Luft über Süddeutschland und führt zu heftigen Gewittern. Laut DWD-Meteorologe Stefan Kreibich handelt es sich um eine typische Wetterlage im Klimawandel: „Die extremen Temperaturgegensätze nehmen zu, dadurch werden Unwetter häufiger und intensiver.“
Die Gewitterfront erreichte das Unterallgäu am frühen Donnerstagabend. Bereits in den Nachbarkreisen gab es erste Schäden: Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, und ein Blitzschlag setzte einen Dachstuhl in Brand. In Memmingen wurden mehrere Keller überflutet.
Auswirkungen auf Verkehr und Landwirtschaft
Die Sturmwarnung hat auch Auswirkungen auf den Verkehr. Die Deutsche Bahn kündigte an, Züge auf der Strecke zwischen Buchloe und Memmingen vorsorglich langsamer fahren zu lassen. Autofahrer müssen mit umgestürzten Bäumen und herabfallenden Ästen rechnen. Die Polizei riet, unnötige Fahrten zu vermeiden und auf Notrufnummern zu achten.
In der Landwirtschaft sind die Folgen der Hitze bereits spürbar. Viele Maisfelder sind vertrocknet, die Ernte wird um bis zu 30 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Bauern hoffen nun auf den erwarteten Regen, doch die Sturmboeen könnten zusätzliche Schäden anrichten.
Wetteraussichten: Abkühlung am Wochenende
Für das Wochenende sagen die Meteorologen eine deutliche Abkühlung voraus. Die Temperaturen sollen auf 22 bis 25 Grad sinken. Auch die Unwettergefahr nimmt ab. Allerdings bleibt es wechselhaft mit gelegentlichen Schauern. Die Menschen in Bad Wörishofen können also aufatmen – zumindest was die Hitze betrifft.
Bis dahin gilt jedoch weiterhin die Sturmwarnung. Die Bevölkerung wird gebeten, die Entwicklungen zu verfolgen und die Hinweise der Behörden zu beachten. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Deutschen Wetterdienstes.



