Berlin. Der Tierpark Berlin freut sich über außergewöhnlichen Nachwuchs: Anfang Mai wurde ein Jungtier der stark bedrohten Mongozmakis geboren. Die Geburt dieser seltenen Lemurenart gilt als Sensation, denn weltweit gab es in diesem Jahr in menschlicher Obhut bislang nur drei Geburten – eine in den USA, eine im Zoo Ostrava und eine nun in Berlin.
Eltern kamen aus den USA
Die Eltern des Jungtiers, Vater Javier (10) und Mutter Natasha (14), trafen erst Ende 2024 aus den USA in Berlin ein. Javier hatte bereits zweimal Nachwuchs gezeugt, Natasha zog in der Vergangenheit fünf Jungtiere erfolgreich auf. Das Geschlecht des Berliner Nachwuchses ist noch unbekannt – wie bei Makis üblich, erfolgt die genaue Untersuchung erst nach einigen Monaten, wenn die Jungtiere selbstständig unterwegs sind.
„Goldstaub für den Artenschutz“
„Ein Jungtier bei den Mongozmakis ist aktuell quasi Goldstaub für den Artenschutz“, betont Dr. Andreas Pauly, Kurator für Primaten und Leiter der Abteilung Tiergesundheit, Tierschutz und Forschung im Tierpark Berlin. „Die Art wird nur selten erfolgreich gezüchtet. Der Bestand in Europa ist überaltert, es gibt zu wenige zuchtfähige Weibchen und insgesamt nur sehr wenige Tiere. Umso bedeutender ist dieser Nachwuchs für das internationale Erhaltungszuchtprogramm.“
Der Mongozmaki wird von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als vom Aussterben bedroht eingestuft. In europäischen Zoos leben derzeit lediglich 32 Tiere. Obwohl die Lemuren als robust in der Haltung gelten und ein hohes Alter erreichen können, bleiben Nachzuchten selten.
Internationale Zusammenarbeit
„Solche Zuchterfolge zeigen, wie wichtig die enge internationale Zusammenarbeit zoologischer Einrichtungen für den Erhalt bedrohter Arten ist“, unterstreicht Tierpark- und Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Noch ist das Jungtier nicht für Besucher zu sehen. Allerdings können Gäste im Tierpark ein Mongozmaki-Paar gegenüber der Möwenkuppel beobachten.



