Experten warnen vor einer massiven Tigermücken-Plage in Deutschland. Nach den jüngsten Regenfällen und steigenden Temperaturen vermehren sich die Insekten rasant. Besonders die Gemeine Hausmücke und die Asiatische Tigermücke profitieren vom aktuellen Sommerwetter. Die renommierte Mückenforscherin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung erklärt: „Die Mücke schreit hurra.“
Asiatische Tigermücke: Klein, fies und gefährlich
Die Asiatische Tigermücke, ein invasiver Mini-Stecher, stammt ursprünglich aus Asien und benötigt für ihre Brut nur wenige Millimeter Wasser. Ein Blumentopf-Untersetzer, eine Vogeltränke oder Regenwasser im Garten reichen aus. „Das sind ganz kleine fiese Stecher“, warnt Werner. Gartenpartys, Grillabende oder entspannte Stunden auf der Terrasse könnten für viele Deutsche zur Nervenprobe werden. Den Höhepunkt der Populationsdichte erwartet sie Ende August.
Gefahr durch Krankheiten wächst
Nach Angaben des Umweltbundesamtes kann die Tigermücke unter anderem Chikungunya-, Dengue-, Gelbfieber- und West-Nil-Viren übertragen. In Deutschland ist bislang kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke Dengue- oder Chikungunya-Viren von Mensch zu Mensch übertragen hat. Experten glauben jedoch: Es ist nur eine Frage der Zeit. Noch konkreter ist die Gefahr durch das West-Nil-Virus, das bereits von heimischen Mücken übertragen wird. In Berlin gilt das Virus laut Forschern der Charité inzwischen als fest etabliert. Besonders betroffen sind Juli und August sowie Friedhöfe, Kleingärten und Parkanlagen. Studienleiterin Sandra Junglen sagte: „Wir waren überrascht, so hohe West-Nil-Virus-Infektionsraten in Stechmücken in Berlin zu finden.“
So schützen Sie sich
Mücken sind zwar lästig, aber wir sind ihnen nicht schutzlos ausgeliefert. Mit ein paar Tricks können Sie verhindern, dass die Insekten überhaupt in Ihre Nähe kommen: Regentonnen mit feinmaschigen Netzen oder Deckeln abdecken, Vogeltränken spätestens alle drei Tage reinigen, Blumenvasen und Gefäße ohne Wasser lagern und jede stehende Wasseransammlung beseitigen. Denn klar ist: Je weniger Brutplätze, desto weniger Mücken.



