Ukraine warnt vor globalem Preisanstieg durch russische Hafenangriffe
Ukraine: Hafenangriffe bedrohen globale Ernährung

Die russischen Angriffe auf ukrainische Schwarzmeerhäfen haben drastische Folgen für die globale Ernährungssicherheit. Der ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj warnt vor einem weltweiten Preisanstieg bei Lebensmitteln, falls Russland den Schiffsverkehr im Schwarzen Meer weiterhin blockiert. „Nahrungsmittel werden teurer, und für die Ärmsten könnten sie schlicht unerschwinglich werden“, sagte der Minister. Er rief die Verbündeten der Ukraine auf, bei der Sicherung des Schwarzen Meeres zu helfen.

Alternative Routen kommen nicht hinterher

Wegen der massiven russischen Angriffe muss die Ukraine verstärkt auf alternative Exportrouten für ihr Getreide ausweichen. Diese dürften jedoch frühestens Ende August die erforderliche Kapazität erreichen und lediglich rund die Hälfte der bisherigen Ausfuhrmengen bewältigen. Seit fast zwei Wochen seien keine Schiffe mehr in die Häfen rund um Odessa eingelaufen, so Wyssozkyj. Die direkten Verluste für den ukrainischen Agrarsektor könnten sich in diesem Jahr auf 1,5 bis drei Milliarden Dollar belaufen.

Russland verschärft Angriffe drastisch

Russland hat den Beschuss von zivilen Schiffen und der Hafeninfrastruktur mit Raketen und Drohnen zuletzt deutlich verschärft. Allein im Juli verzeichnete das ukrainische Infrastrukturministerium 35 Angriffe auf Schiffe in Häfen und 22 auf offener See. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es 14 Attacken. Die Regierung in Moskau spricht von Angriffen auf militärische Ziele.

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Schienenverkehr als wichtigste Ausweichroute

Als wichtigste Ausweichroute für die Ukraine gilt nun der Schienenverkehr, da die Schifffahrt auf der Donau wegen historisch niedriger Wasserstände infolge einer Dürre vorerst stark eingeschränkt ist. Für die ukrainischen Landwirte bedeuten die alternativen Wege zusätzliche Kosten von 45 bis 50 Dollar pro Tonne. Zudem seien die Preise für Getreide und Ölsaaten im Inland bereits um durchschnittlich 30 Prozent eingebrochen, erklärte Wyssozkyj.

Ukraine als wichtiger Agrarexporteur

Die Entwicklung bedroht auch die globale Ernährungssicherheit. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Agrarexporteure und hatte in den vergangenen Erntejahren einen Anteil von etwa sechs Prozent an den weltweiten Weizen- und elf Prozent an den Mais-Ausfuhren. Wyssozkyj warnte davor, dass die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe schnellen könnten, wenn Russland den Schiffsverkehr im Schwarzen Meer weiterhin blockiere. Nur ein starkes ukrainisches Militär in der Region könne die Exporte aufrechterhalten.

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