Minister Backhaus präsentiert Daten zum Tod des Buckelwals „Timmy“
Der Buckelwal, der in einer umstrittenen Aktion von der Ostseeküste zur Nordsee gebracht wurde und kurz darauf starb, trägt einen Sender. Die darauf gespeicherten Daten sind nun vollständig ausgewertet. Sie sollen Klarheit über die letzten Stunden des Meeressäugers bringen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) wird die Ergebnisse persönlich vorstellen.
Die letzten Bewegungen des Wals
Der Sender, der an dem geschwächten und beim Transport verletzten Tier befestigt wurde, ermöglicht einen Einblick in die Bewegungen des Wals nach seiner Freisetzung am 2. Mai. Der Wal war zuvor wochenlang vor der Insel Poel gelegen. Eine Privatinitiative transportierte ihn mit einem Lastkahn Richtung Nordsee. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde er im Skagerrak ausgesetzt. Kurz danach wurde er tot an der dänischen Insel Anholt angespült.
Probleme mit der Datenübertragung
Eigentlich hätten direkt nach der Freisetzung Senderdaten ans Umweltministerium geliefert werden sollen. Doch das geschah nicht. Ein Zugriff wurde erst möglich, als der Wal tot vor Anholt strandete und das Gerät nach Deutschland gebracht wurde. Die Initiative begründete das mit Problemen am Sender. Experten kritisierten, dass der Tracker vor dem Freisetzen nicht getestet und initialisiert wurde. Ortsdaten hatte das Gerät nie geschickt, lediglich einige Bewegungsdaten wie Tauchtiefen wurden erfasst.
Gespeicherte Daten geben Aufschluss
Von Trackern erfasste Positionen und Messdaten werden normalerweise via Satellit übertragen. Doch die Geräte verfügen auch über einen Speicher, der sich nachträglich auslesen lässt. Diese Daten wurden nun analysiert. Vitalzeichen wie Herz- oder Atemfrequenz erfasste der Sender nicht, dafür wäre spezielle Sensorik nötig gewesen.
Hintergrund des Falls
Der Buckelwal – inzwischen als Weibchen identifiziert – wurde am 3. März im Hafen von Wismar gesichtet. Am 23. März wurde er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt, schwamm weg und strandete mehrfach erneut. Ab dem 31. März lag das schwer geschwächte Tier vor Poel, bis die Initiative am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete. Der Kadaver wurde auf Anholt obduziert, ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste sollen in Dänemark zu Biodiesel verarbeitet werden.



