Ein unkontrollierter Waldbrand auf der griechischen Insel Kreta hat am heutigen Samstag die Evakuierung des beliebten Ferienorts Agia Galini an der Südküste erzwungen. Der griechische Zivilschutz ordnete die Maßnahme an, nachdem sich die Flammen bedrohlich in Richtung der Küstengemeinde bewegt hatten. Laut Medienberichten sind rund 6.000 Urlauber von der Evakuierung betroffen. Sie werden in Richtung Südosten zur Ortschaft Tymbaki gebracht.
Brandausbruch und Verlauf
Der Brand war in der Region der Ortschaft Nea Krya Vrysi am Mittag ausgebrochen und breitete sich aufgrund stürmischer Winde rasch aus. Die starken Meltemi-Winde, die für die Jahreszeit typisch sind, trieben die Flammen voran und erschwerten die Löscharbeiten erheblich. Die Winde waren so stark, dass Löschhubschrauber und -flugzeuge ihre Einsätze abbrechen mussten. Die Feuerfront erstreckt sich nach Angaben der Feuerwehr über rund 15 Kilometer.
Zwei Todesfälle unter Rettungskräften
Bei den Löscharbeiten kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben. Sie hatten im dichten Rauch die Orientierung verloren und wurden vom Feuer umzingelt. Die Feuerwehr teilte mit, dass die beiden Einsatzkräfte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr gerettet werden konnten. Der Verlust der Kameraden löste große Betroffenheit aus.
Satellitenbilder zeigen Ausmaß
Satellitenaufnahmen der NASA und der europäischen Wettersatellitenorganisation Eumetsat zeigen die gewaltige Rauchentwicklung und die Dimensionen des Feuers. Die Rauchwolken sind über weite Teile der Insel sichtbar und verdeutlichen die Gefahr, die von dem Brand ausgeht.
Waldbrandgefahr in Griechenland
Angesichts der andauernden Trockenheit und der starken Winde hat das griechische Ministerium für Bürgerschutz für weite Teile des Landes für die kommenden Tage die zweithöchste Stufe der Waldbrandgefahr ausgerufen. Die Meltemi-Winde aus Norden erhöhen die Gefahr großflächiger Feuer, die nur schwer unter Kontrolle zu bringen sind. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung und Urlauber, äußerste Vorsicht walten zu lassen.
Die Evakuierung von Agia Galini verläuft nach ersten Erkenntnissen geordnet. Touristen wurden mit Bussen und privaten Fahrzeugen in Sicherheit gebracht. Die örtlichen Behörden richten Notunterkünfte ein. Weitere Evakuierungen benachbarter Ortschaften sind nicht ausgeschlossen, falls sich die Windrichtung ändert.
Die genaue Ursache des Brandes ist noch unklar. Ermittlungen wurden eingeleitet. In Griechenland kommt es in den Sommermonaten immer wieder zu verheerenden Waldbränden, die durch Hitze, Trockenheit und Wind begünstigt werden. Der Klimawandel verschärft die Situation zusätzlich.



