Die Waldbrandgefahr in Brandenburg hat sich weiter verschärft. In den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel gilt aktuell die zweithöchste Gefahrenstufe 4, wie aus aktuellen Daten des Agrar- und Forstministeriums in Potsdam hervorgeht. In den übrigen Regionen des Bundeslandes bleibt die Lage mit Stufe 3 auf mittlerem Niveau.
Höchste Wachsamkeit im Nordwesten
Betroffen sind vor allem die Gebiete im Nordwesten Brandenburgs, wo ausgedehnte Kiefernwälder auf sandigen Böden wachsen. Diese Kombination aus geringem Niederschlag, leichten Sandböden und trockener Luft macht die Region besonders anfällig für Waldbrände. Die beiden Waldbrandzentralen des Landesbetriebs Forst in Wünsdorf und Eberswalde wurden bereits besetzt. Von dort aus überwachen speziell geschulte Mitarbeiter das Waldgebiet rund um die Uhr mithilfe von Kamerasensoren, um Brände möglichst frühzeitig zu erkennen und die Einsatzkräfte zu alarmieren.
Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Gefahr deutlich erhöht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen in den letzten Tagen sprunghaft gestiegen. Besonders in den Mittags- und Nachmittagsstunden ist höchste Vorsicht geboten.
Strenge Verbote gelten das ganze Jahr
Unabhängig von der aktuellen Gefahrenstufe gilt in Brandenburg ein ganzjähriges generelles Verbot, im Wald oder in einem Abstand von weniger als 50 Metern zum Waldrand Feuer zu entzünden oder zu rauchen. Dies umfasst auch das Grillen an Seeufern, wenn diese in Waldnähe liegen. Zudem dürfen Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden – das Parken auf trockenem Gras ist untersagt, da heiße Katalysatoren oder Auspuffanlagen Brände auslösen können.
Die Behörden appellieren an alle Waldbesucher, die Regeln strikt einzuhalten. „Schon eine achtlos weggeworfene Zigarette kann einen verheerenden Waldbrand auslösen“, warnt eine Sprecherin des Forstministeriums. Auch Glasscherben, die durch die Sonneneinstrahlung wie Brenngläser wirken können, sollten unbedingt vermieden werden.
Brandenburg gilt als besonders gefährdet
Brandenburg ist bundesweit das Land mit der höchsten Waldbrandgefährdung. Grund dafür sind die großflächigen Kiefernwälder, die leicht brennbares Nadelholz und Harz enthalten, sowie die geringen Niederschlagsmengen und die sandigen Böden, die Wasser nur schlecht speichern können. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder schwere Waldbrände, die teils wochenlang löschten.
Die Waldbrandzentralen arbeiten eng mit den örtlichen Feuerwehren zusammen. Neben der Kamerabeobachtung kommen auch Drohnen und regelmäßige Patrouillen zum Einsatz. Im Ernstfall können Löschhubschrauber und -flugzeuge angefordert werden. Die derzeitige Stufe 4 bedeutet eine hohe Gefahr – bei weiterer Trockenheit könnte die höchste Stufe 5 ausgerufen werden, was ein generelles Betretungsverbot für Wälder zur Folge hätte.
Besucher sollten sich vor ihrem Ausflug über die aktuelle Warnstufe informieren und auf das Risiko sensibel reagieren. Wer einen Brand entdeckt, sollte sofort die 112 wählen und den Standort so genau wie möglich beschreiben.



