Wasserprobleme in der Lausitz: Sachsen und Brandenburg vertiefen Zusammenarbeit
Wasserprobleme Lausitz: Sachsen und Brandenburg kooperieren

Die Umweltminister von Sachsen und Brandenburg, Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) und Hanka Mittelstädt (SPD), haben bei einem Besuch des Speicherbeckens Lohsa II eine vertiefte Zusammenarbeit zur Stabilisierung des angeschlagenen Wasserhaushalts in der Lausitz vereinbart. Mittelstädt erklärte: „Die Herstellung eines ausgeglichenen Wasserhaushalts nach dem Ende des Kohleabbaus in der Lausitz ist eine Generationenaufgabe.“

Herausforderungen nach dem Kohleausstieg

Jahrzehntelang wurde wegen des Braunkohletagebaus in der Lausitz Grundwasser abgepumpt und in die Flüsse, insbesondere die Spree, geleitet. Mit dem Kohleausstieg wird dieses Wasser in den Flüssen künftig fehlen. Gleichzeitig benötigt die Flutung der Tagebaurestlöcher große Wassermengen – und das in einer Region, die zu den niederschlagsärmsten Deutschlands zählt. Dieser Zielkonflikt erfordert ein langfristiges Management.

Die Länder planen, eine wissenschaftliche Prognose zu erstellen, die den künftigen Wasserbedarf und die Verfügbarkeit über die nächsten Jahrzehnte hinweg modelliert. Dazu gehört auch die Frage, woher das Wasser kommen kann und wie viel für die Restlochflutung sowie für die Ökosysteme und die Trinkwasserversorgung benötigt wird.

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Wissenschaftliche Prognosen und Grundwassermodell

Ein zentrales Vorhaben ist die Entwicklung eines Grundwassermodells Lausitz. Dieses soll die Grundlage für ein integriertes Wassermanagement in der Region bilden. „Nur mit verlässlichen Daten können wir die richtigen Entscheidungen treffen“, betonte von Breitenbuch. Das Modell soll alle relevanten Faktoren wie Niederschlag, Verdunstung, Grundwasserneubildung und die Wechselwirkungen mit den Tagebaurestseen abbilden.

Die Minister unterstrichen zudem die Notwendigkeit eines geschlossenen Auftretens der Länder gegenüber dem Bund. „Wir müssen mit einer Stimme sprechen, um die erforderlichen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu sichern“, sagte Mittelstädt. Der Bund ist unter anderem für die Wasserrahmenrichtlinie und die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen zuständig.

Bedeutung für die gesamte Region

Die Probleme der Lausitz wirken sich weit über die Grenzen von Sachsen und Brandenburg aus. Die Spree speist unter anderem die Berliner Gewässer und ist für die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt von Bedeutung. Ein Rückgang der Wasserführung hätte auch ökologische Folgen für die Spreewaldregion. Die Länder planen daher, ihre Anstrengungen zu bündeln und langfristig zu denken.

Der Besuch des Speicherbeckens Lohsa II diente als praktisches Beispiel für die Herausforderungen: Diese Anlage dient bereits heute der Wasserspeicherung und -regulierung, doch ihr Betrieb muss an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Die Minister zeigten sich zuversichtlich, dass mit der engen Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Fundierung eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann.

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