Im Spätsommer werden Wespen zur Plage: Sie umschwirren Kaffeetische, landen auf Grillgut und stechen bei der kleinsten Provokation. Doch wer jetzt zu chemischen Mitteln greift, macht laut einer bayerischen Naturschützerin alles falsch. Die Expertin empfiehlt einen simplen, aber effektiven Trick, der die Tiere fernhält, ohne ihnen zu schaden.
Warum Wespen im August besonders aggressiv sind
Die Aggressivität der Wespen nimmt im August spürbar zu. Der Grund: Die Völker erreichen im Spätsommer ihre maximale Größe, und die Arbeiterinnen haben immer weniger Aufgaben. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an tierischem Eiweiß für die Larvenaufzucht, sodass die Wespen vermehrt auf süße Nahrung wie Obst, Kuchen und Limonade ausweichen. „Die Tiere sind dann nicht bösartig, sondern einfach hungrig und orientierungslos“, erklärt die Naturschützerin. Sie rät, Wespen nicht hektisch wegzuschlagen, da sie durch die Abwehrbewegungen gereizt werden und eher stechen.
Der Trick: Mit Ruhe und Ablenkung statt Panik
Statt zu schlagen oder zu pusten, empfiehlt die Expertin, einen Teller mit überreifem Obst oder etwas Marmelade einige Meter vom Esstisch entfernt aufzustellen. Die Wespen lassen sich davon anlocken und bleiben fern vom Menschen. Zusätzlich hilft es, Getränke mit einem Strohhalm zu trinken und Speisen abzudecken. „Wer ruhig bleibt und den Wespen eine Alternative anbietet, wird meist in Ruhe gelassen“, so die Naturschützerin. Auch ätherische Öle wie Nelken- oder Lavendelöl können helfen: Ein paar Tropfen auf ein Tuch gelegt, vertreiben die Insekten auf natürliche Weise.
Warum chemische Mittel tabu sind
Chemische Insektensprays sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für den Menschen. Sie können Allergien auslösen und die Atemwege reizen. Zudem sind viele Wespenarten geschützt, und die Bekämpfung von Nestern ist ohne Genehmigung verboten. „Wer ein Nest im Garten oder am Haus entdeckt, sollte es in Ruhe lassen und im Zweifel einen Fachmann rufen“, rät die Naturschützerin. Nur wenn das Nest in unmittelbarer Nähe von Fenstern oder Türen liegt, sei eine Umsiedlung durch einen Experten sinnvoll.
Weitere Tipps für ein friedliches Miteinander
Neben dem Ablenkungstrick gibt es weitere einfache Maßnahmen: Mülltonnen dicht verschließen, Fallobst regelmäßig aufsammeln und Essensreste nicht offen liegen lassen. Auch das Tragen von heller Kleidung reduziert das Risiko, gestochen zu werden, da Wespen dunkle Farben als Bedrohung wahrnehmen. Wer gestochen wird, sollte die Stelle kühlen und bei Anzeichen einer allergischen Reaktion sofort einen Arzt aufsuchen. Mit diesen Tipps lässt sich der Spätsommer auch mit Wespen genießen – ganz ohne Chemie und Hektik.



