Nach einem arbeitsreichen Wochenende ist die erste Turbobaustelle auf der Autobahn 2 bei Hannover abgeschlossen. Die Strecke in Richtung Berlin zwischen dem Autobahndreieck Hannover-West und der Anschlussstelle Langenhagen ist wieder frei. Die Autobahn GmbH gab die Fahrbahn nach den Bauarbeiten für den Verkehr frei. Aufgrund von Restarbeiten und der frisch aufgetragenen Fahrbahndecke gilt auf dem Abschnitt jedoch weiterhin ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde.
So funktioniert die Turbobaustelle
Eine Turbobaustelle bezeichnet ein Bauverfahren, bei dem die Sanierungsarbeiten innerhalb weniger Tage unter Vollsperrung abgeschlossen werden. Statt über Wochen wird die Fahrbahn bei laufendem 24-Stunden-Betrieb komplett erneuert. Auf der A2 sind dafür pro Wochenende jeweils rund 58 Stunden Sperrzeit eingeplant. Die alte Deckschicht aus offenporigem Asphalt wird abgefräst und anschließend neuer Asphalt eingebaut.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Verkehrsteilnehmer werden nicht über lange Zeit durch eine halbseitige Baustelle behindert, sondern nur für ein Wochenende voll gesperrt. Allerdings müssen sie dann auch deutlich größere Umwege in Kauf nehmen.
Erste Etappe geschafft – zweite folgt
Die erste Etappe der Turbobaustelle startete planmäßig am vergangenen Freitag. Bereits am Sonntag war die Strecke zwischen dem Dreieck Hannover-West und Langenhagen wieder befahrbar, nachdem die Deckschicht erneuert worden war. Autofahrer können also auf diesem Abschnitt wieder durchfahren, wenn auch nicht mit voller Geschwindigkeit.
Doch die Bauarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Das zweite Sperrwochenende ist den Angaben zufolge für Freitag, den 7. August, ab 19 Uhr bis Montag, den 10. August, um 5 Uhr vorgesehen. In dieser Zeit soll der Abschnitt zwischen dem Dreieck Hannover-West und der Anschlussstelle Bothfeld in Richtung Berlin saniert werden. Ob es tatsächlich so weit kommt, entscheidet sich kurzfristig – die Autobahn GmbH behält sich Änderungen vor.
Umleitung über A352 und A7
Für die Dauer der Vollsperrung müssen Autofahrer in Richtung Berlin eine kilometerlange Umleitung befahren. Die Route führt von der Anschlussstelle Hannover-West über die Autobahn 352 bis zur Anschlussstelle Mellendorf. Dort geht es auf die Autobahn 7, die bis zum Kreuz Hannover-Ost befahren werden muss. Erst von dort aus gelangen die Verkehrsteilnehmer wieder auf die A2 in Richtung Berlin.
Diese Umleitung wird ausgeschildert sein, dürfte aber vor allem am Wochenende für Staus sorgen, da die A2 ohnehin als einer der staureichsten Autobahnabschnitte Deutschlands gilt. Das betont auch der ADAC: Die A2, die von Oberhausen über Dortmund, Hannover, Braunschweig und Magdeburg bis kurz vor Berlin führt, verzeichnet regelmäßig hohe Verkehrsbelastungen und viele Staus.
Bauarbeiten mit Auswirkungen auf die Region
Besonders betroffen von den Sperrungen sind Pendler und Lkw-Fahrer, die die A2 täglich nutzen. Während der Wochenenden müssen sie weite Umwege in Kauf nehmen, was zu verlängerten Fahrzeiten führt. Auch die Anwohner entlang der Umleitungsstrecken könnten unter dem zusätzlichen Verkehr leiden. Die Autobahn GmbH bittet um Verständnis, da die Erneuerung der Fahrbahndecke notwendig sei.
Nach dem zweiten Wochenende wird die Fahrbahn in Richtung Berlin auf den betroffenen Abschnitten wieder befahrbar sein. Bis dahin sollten Verkehrsteilnehmer den Baustellenplan im Blick behalten und ausreichend Zeit einplanen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 80 bleibt auf der ersten Teilstrecke vorerst bestehen, bis alle Restarbeiten abgeschlossen sind.
Insgesamt zeigt sich: Die Turbobaustelle auf der A2 ist ein innovativer Ansatz, um die ohnehin intensive Verkehrsbelastung auf der wichtigen Ost-West-Verbindung nicht weiter zu erhöhen. Kurze, dafür harte Einschnitte statt wochenlanger Baustellen – das ist die Philosophie dieser Bauweise.



