Bahn-Chefin Palla: Ohne Extra-Milliarden keine pünktlichen Züge
Berlin – Es ist das große Ziel von Bahn-Chefin Evelyn Palla (53): Die Bahn soll endlich pünktlicher werden. Jetzt fordert die Konzernchefin allerdings noch mehr Geld vom Staat, damit das auch klappt. Die Chefin des Staatskonzerns fordert zusätzliche Milliarden für das marode Netz. Ohne dieses Extra-Geld, so die klare Ansage aus dem Konzern, wird es weiter nichts mit der Pünktlichkeit.
Bahn-Chefin Palla kämpft um Milliarden
Dabei steckt der Staat bereits Rekordsummen in die Sanierung der Schiene. Nach Ansicht von Bahn-Chefin Palla aber nicht genug. Bis 2030 brauche die Bahn mindestens rund 13 Milliarden Euro zusätzlich, geht aus internen Unterlagen hervor, die der „Spiegel“ einsehen konnte.
Fließen diese Summen nicht, werde das Ziel von 70 Prozent Pünktlichkeit deutlich verfehlt, heißt es. Dieses Ziel hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) bis Ende 2029 gesetzt. Aktuell ringt das Unternehmen nach eigenen Angaben darum, in diesem Jahr die 60-Prozent-Marke nicht zu reißen. Für die schwachen Werte macht die Bahn-Chefin vor allem die marode Infrastruktur (kaputte Brücken, Schienen) verantwortlich. Sie sei zu rund 80 Prozent der Grund für Verspätungen, sagte Palla dem „Handelsblatt“: „Deshalb ist es auch so schwer, die aktuelle Situation zu verbessern.“
Zwar stellt der Bund der Bahn bereits hohe Summen aus dem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen bereit – die Rede ist von rund 150 Milliarden. Doch nach Darstellung der Bahn fehle für viele Projekte die langfristige Planungssicherheit. Dazu spare der Bund wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage im regulären Haushalt, auch im Verkehrsetat.
Pünktlichkeit könnte noch weiter sinken
Bleibt es bei den aktuellen Planungen, droht laut Bahn zum Ende des Jahrzehnts ein deutlicher Rückgang der Mittel. Und damit würde die Pünktlichkeit noch mehr leiden, sie könnte dann sogar klar unter 60 Prozent liegen, berichtet der „Spiegel“ weiter. Mit den zusätzlich geforderten rund 13 Milliarden Euro könne dagegen das Pünktlichkeitsziel erreicht werden, so der Konzern.
Ob Bahn-Chefin Palla die Bundesregierung überzeugen kann, ist offen.



