Bahn-Sperrung und neue S-Bahn: Verkehrsänderungen in Berlin
Bahn-Sperrung und neue S-Bahn: Verkehrsänderungen in Berlin

Für Fahrgäste der Deutschen Bahn in Berlin und Brandenburg stehen in den kommenden Tagen zahlreiche Neuerungen an. Während die langwierigen Bauarbeiten auf der Strecke Berlin–Hamburg nach Verzögerungen endlich abgeschlossen werden, beginnt an anderer Stelle bereits das nächste Großprojekt: Die Stadtbahn wird für sechs Monate gesperrt. Zudem geht nach jahrelanger Verspätung die neue S-Bahn-Linie S15 in Betrieb. Auch im S-Bahn-Netz gibt es in den nächsten Wochen erhebliche Einschränkungen. Ein Überblick über alle Änderungen.

Strecke Berlin–Hamburg: Bauende und Folgen für den Fernverkehr

Mit dem Abschluss der Korridorsanierung können die Züge zwischen Berlin und Hamburg wieder die direkte Verbindung nutzen, anstatt über Stendal und Uelzen umgeleitet zu werden. Die Fahrzeit verkürzt sich dadurch um etwa 40 Minuten. Zudem wird das Angebot ausgeweitet: Statt einer Verbindung pro Stunde verkehren künftig drei ICE innerhalb von zwei Stunden. Der Halbstundentakt wird jedoch aufgrund der Stadtbahn-Sperrung nicht erreicht. Auch der Mitbewerber FlixTrain stockt sein Angebot auf und fährt ab dem 14. Juni freitags und sonntags im Zweistundentakt. Für Fahrgäste aus Spandau gibt es eine schlechte Nachricht: Am Bahnhof Spandau halten ab Sonntag keine ICE nach Hamburg mehr.

Regionalverkehr: Verbesserungen für das westliche Umland

Pendler aus Falkensee, Nauen, Albrechtshof oder Wittenberge können sich freuen: Sie werden wieder direkt mit Berlin verbunden. Der Bus-Ersatzverkehr und die Umleitungen einiger Regionalbahn-Linien über Dallgow-Döberitz und Wustermark entfallen. Die Linie RE6, die zuletzt nur verkürzt zwischen Perleberg, Neuruppin und Hennigsdorf verkehrte, fährt nun wieder bis Wittenberge und Berlin-Charlottenburg.

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Noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen

Trotz der zehneinhalbmonatigen Bauzeit sind noch einige Restarbeiten offen, was das Unternehmen auf den anhaltend harten Winter zu Beginn des Jahres zurückführt. An den Bahnhöfen Müssen, Nauen, Falkensee und Albrechtshof sind die Bahnsteige vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt barrierefrei erreichbar. Zudem müssen noch Signal- und Stellwerkstechnik abgenommen werden sowie Belastungsfahrten durchgeführt werden. Daher sind nach der Inbetriebnahme zunächst abschnittsweise Geschwindigkeitseinschränkungen erforderlich. Die Fahrpläne der Fernverkehrszüge wurden bis Ende Juni im Minutenbereich angepasst.

Stadtbahn-Sperrung: Sechs Monate Einschränkungen

Vom 14. Juni bis zum 12. Dezember fahren zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof keine Regional- oder Fernverkehrszüge. Die Linien werden umgeleitet, fallen aus oder werden verkürzt. Im Fernverkehr beginnen und enden ICE-Züge nach Frankfurt (Main) und Nordrhein-Westfalen teilweise in Charlottenburg. Es verkehren weniger Züge, aber mindestens ein Stundentakt bleibt erhalten. Im Regionalverkehr sind sieben Linien betroffen, darunter die RB10, die komplett ausfällt, und die RE1, die geteilt wird: zwischen Magdeburg und Charlottenburg sowie zwischen Ostbahnhof und Frankfurt (Oder). Die S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9 fahren weiterhin über die Stadtbahn und halten an den Regio-Stationen Zoo, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und Alexanderplatz – mit Ausnahme von drei Wochenenden (26.–29. Juni, 24.–27. Juli und 31. Juli–3. August), an denen zwischen Zoo und Friedrichstraße Busse fahren.

Neue S-Bahn-Linie S15 startet

Mit jahrelanger Verspätung geht am Montag, dem 15. Juni, die S-Bahn-Linie S15 in Betrieb. Sie pendelt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof; die Fahrt dauert je nach Richtung fünf bis sechs Minuten. Die Bahn erwartet 42.000 Fahrgäste pro Tag. Die erste öffentliche Fahrt startet um 11.57 Uhr am Interimsbahnsteig unter der Invalidenstraße. Um 11.59 Uhr wird der S-Bahnhof Wedding erreicht, drei Minuten später das Gleis 3 des Bahnhofs Gesundbrunnen. In die Gegenrichtung beginnt der Zugbetrieb um 12.03 Uhr in Gesundbrunnen an Gleis 2.

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S-Bahn-Bauarbeiten in Schöneweide

Seit Freitagabend und bis zum 6. Juli ist der Betrieb zwischen den Bahnhöfen Altglienicke/Grünau/Spindlersfeld, Schöneweide und Baumschulenweg unterbrochen. Betroffen sind die Linien S46, S47, S8, S85 und S9, die geteilt oder verkürzt fahren. Der Flughafen BER ist aus der Berliner Innenstadt nicht direkt per S-Bahn erreichbar; als Ersatz verkehren Busse. Während der Sperrung werden Signale aufgebaut und Kabeltiefbauarbeiten für das neue elektronische Stellwerk in Schöneweide durchgeführt.

Ausblick: Nächste Korridorsanierung ab Oktober

Nach Berlin–Hamburg ist ab Oktober die Strecke Berlin–Lehrte (Richtung Hannover) an der Reihe. Die erste Sperrung erfolgt vom 2. Oktober bis 12. Dezember. Dies hat erhebliche Folgen für den Fernverkehr: Züge nach Nordrhein-Westfalen werden über Magdeburg umgeleitet, ICE nach Hannover benötigen 60 bis 80 Minuten länger. Auch nach Frankfurt am Main gibt es Umleitungen und weniger direkte Verbindungen. Im Regionalverkehr fallen Züge zwischen Stendal und Berlin aus; der Ersatzverkehr mit Bussen befindet sich noch in der Planung.