Berliner S-Bahn: Qualitätsbericht zeigt steigende Verspätungen und Störungen
Berliner S-Bahn: Qualitätsbericht zeigt steigende Verspätungen

In Berlin gehört das Schimpfen auf die S-Bahn zum Alltag. Ein neuer Qualitätsbericht, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, zeigt nun, wie es um die Betriebsqualität tatsächlich bestellt ist. Der 36-seitige Bericht kommt zu einem knappen Fazit: Die Betriebsqualität sei „sowohl in Bezug auf die Pünktlichkeit als auch bezüglich der operativen Zugausfälle nicht zufriedenstellend“.

Störungen nehmen drastisch zu

Im vergangenen Jahr wurden 45.914 Störungen bei der S-Bahn gezählt – ein Anstieg um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind Signalstörungen, defekte Weichen und kurzfristig anberaumte Bauarbeiten. Die Zahl der Fahrzeugstörungen sank hingegen um 17 Prozent, was darauf hindeutet, dass die Probleme zunehmend bei der Infrastruktur liegen.

Pünktlichkeit: Licht und Schatten

Die Pünktlichkeitsquote verschlechterte sich im Jahresmittel 2025 auf 93 Prozent, nach 93,8 Prozent im Jahr 2024. Dabei gilt eine S-Bahn bereits dann als pünktlich, wenn sie maximal drei Minuten und 59 Sekunden zu spät abfährt. Im März 2026 wurde mit 95,4 Prozent der höchste Monatswert seit April 2023 erreicht – dennoch liegt man unter dem vertraglich geforderten Ziel von 96 Prozent.

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Verspätungen und Zugausfälle auf Rekordniveau

Fast 1,5 Millionen Verspätungsminuten fuhr die S-Bahn im vergangenen Jahr ein – ein Anstieg um 22,2 Prozent gegenüber 2024. Auch bei den Zugausfällen gibt es einen negativen Trend: 1,7 Millionen Kilometer konnten wegen diverser Störungen nicht gefahren werden, was einer Zunahme von 12,6 Prozent entspricht. Die Ausfallquote lag bei 4,28 Prozent.

Infrastruktur als Hauptproblem

Der Bericht macht deutlich, dass nicht die S-Bahn selbst, sondern zunehmend der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO für die Misere verantwortlich ist. Die Zahl der Störungen bei der Leit- und Sicherungstechnik stieg um 19 Prozent auf 1762. Zudem spielte der Ausfallfaktor „Fremdeinwirkung durch Externe“ – wie Staatsbesuche, Wetterereignisse oder Brandanschläge – eine erhebliche Rolle und ist nun Ursache Nummer eins für Zugausfälle.

Qualitätsoffensive zeigt erste Erfolge

Die S-Bahn verweist in ihrem Bericht auf die 2018 gestartete „Qualitätsoffensive S-Bahn-Plus“. Von den geplanten 180 Maßnahmen sei ein Großteil bereits umgesetzt. Lediglich die langlaufenden Maßnahmen bezüglich Fahrzeugflotte, Schieneninfrastruktur und Energieversorgung befänden sich noch in der Bearbeitung. „Weitere Anstrengungen in allen Bereichen sind daher erforderlich“, lautet das Fazit der S-Bahn.

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