Bombenentschärfung in Potsdam: Tausende evakuiert, Hauptbahnhof gesperrt
Bombenentschärfung in Potsdam: Hauptbahnhof gesperrt

Bombenentschärfung in Potsdam: Tausende Menschen evakuiert

Am Potsdamer Hauptbahnhof läuft eine Bombenentschärfung auf Hochtouren. Eine 250 Kilogramm schwere US-amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll entschärft werden. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange, bevor der Sprengmeister zur Tat schreiten kann.

Rund 6.500 Menschen mussten ihre Wohnungen bis 8.30 Uhr verlassen. Pflegeheime wurden geräumt, Boote sperrten die Wasserwege im Sperrkreis ab, der Verkehr stand still und der gesamte Hauptbahnhof wurde gesperrt. Kein Bus und keine Bahn fahren aktuell am Bahnhof ein oder ab.

Um den Fundort am Freizeitbad blu wurde ein Sperrkreis von etwa 700 Metern Radius eingerichtet. Evakuierungstrupps überprüfen nach und nach, ob sich noch Menschen in dem Sperrgebiet befinden. Erst dann kann die Entschärfung beginnen.

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Sprengmeister: „Wenn alle raus sind, gehen wir rein“

Sprengmeister Mike Schwitzke machte am Morgen keine konkrete Zeitangabe zum Ende der Arbeiten und zur Aufhebung des Sperrkreises. „Die Maßnahme einer Bombenentschärfung ist wie eine Perlenkette“, sagte er. Man könne erst mit den Arbeiten beginnen, wenn der Sperrkreis stehe. „Wenn alle raus sind, gehen wir rein.“

Erst nach Aufhebung des Sperrkreises soll der Bus- und Bahnverkehr am Hauptbahnhof wieder anrollen. Die S-Bahn rechnete mit Sperrungen bis 16.00 Uhr. Sobald der Sperrkreis aufgehoben wird, können auch Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen. Auch die Geschäfte in den Bahnhofspassagen wollen dann schnellstmöglich wieder öffnen.

Entschärfung kann zwei Stunden dauern

Die Entschärfung könne bis zu zwei Stunden dauern, führte Sprengmeister Schwitzke aus. Die Bombe befinde sich in einem Trümmerfeld, deshalb müsse der Sprengkörper erst ausgiebig gereinigt werden. Der Zustand der Bombe sei schlecht, betonte der Sprengmeister. Nach der Reinigung soll der Zünder herausgedreht werden.

Eine Sprengung kommt laut Schwitzke nicht infrage. „Die Bombe befindet sich 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des Eiskellers der ehemaligen Brauerei Potsdam.“ Wenn man sprengen würde, wäre es eine „Katastrophe“.

Die 250 Kilogramm schwere US-Bombe enthalte etwa 100 Kilogramm Sprengstoff, sagte Schwitzke. Eine solche Bombe könne ein Mehrfamilienhaus in Trümmer legen. Die Bombe war bei einer systematischen Absuche gefunden worden.

Die Sperrung ist nicht die erste ihrer Art im Herzen von Potsdam. Im Januar 2019 wurde eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe US-amerikanischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe des Hauptbahnhofs gefunden. Damals waren rund 5.900 Menschen betroffen. Generell seien seit 1990 insgesamt 93 US-Bomben auf dem Potsdamer Stadtgebiet entschärft worden, erklärte der Sprengmeister.

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