Brandenburg ist bekannt für seine Gewässer und preußischen Schlösser, doch auch Radtouristen kommen voll auf ihre Kosten. Mit über 11.600 Kilometern ausgebauter Radwege und einer überwiegend flachen Topografie zählt das Bundesland zu den fahrradfreundlichsten in Deutschland, wie Tino Freißler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Brandenburg betont.
Brandenburgs Radinfrastruktur
„Insgesamt besitzt Brandenburg beste Voraussetzungen, um Fahrradland zu werden“, sagt Freißler. Die Kombination aus Radfahren, Naturerlebnis, Badeseen und kleinen Städten mit regionalen Produkten mache den Reiz aus. Die Radfernwege seien teils bis ins europäische Ausland ausgebaut und gut beschildert.
Empfohlene Routen
Besonders die Flussradwege stechen hervor: Der Havel-Radweg biete weite Ausblicke auf die Havel. Der Oder-Neiße-Radweg im Osten verlangt bei Gegenwind starke Beine, bei Rückenwind fahre man quasi über den Deich. Im Süden empfiehlt Freißler den Spreeradweg durch den Spreewald. Von Berlin aus führen gut ausgebaute Strecken nach Kopenhagen, Usedom oder Dresden – letztere wird aktuell final beschildert, sodass eine durchgehende Route zur Elbflorenz entsteht. Von Dresden geht es auf dem Elberadweg weiter bis Prag.
Wasserlandschaften erkunden
Mit dem Rad lassen sich auch große Gewässerlandschaften erschließen. Im Lausitzer Seenland führt die Seenland-Route um 16 Seen und gibt Einblicke in die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas. Auch der Scharmützelsee, der Schwielowsee und die Uckerseen bei Prenzlau seien lohnende Ziele, so der ADFC-Experte.
Lieblingsroute und Rundtour
Freißler persönlich mag die Weite der Prignitz mit dem Elberadweg, der bis nach Hamburg führt. Das Lausitzer Seenland sei aktuell die am stärksten nachgefragte Reiseregion für Radreisende. Die „Tour Brandenburg“ umrundet das Land auf 1.111 Kilometern – der längste Radfernweg Deutschlands, startend in Brandenburg an der Havel.
Herausforderungen
Schwächen sieht Freißler in der teils schwierigen Finanzlage der Kommunen. „Die Sanierung und Modernisierung der Rad-Infrastruktur wird nicht mehr in dem Umfang durchgeführt“, beklagt er. Radler könnten dies an Wurzelaufbrüchen entlang der Wege erkennen und spüren. Dennoch bleibt Brandenburg ein attraktives Ziel für Radtouristen, die Natur, Kultur und Bewegung verbinden möchten.



