Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) weiten die Videoüberwachung im öffentlichen Nahverkehr deutlich aus. Mit sogenannten Detektionskameras sollen Vandalismus und unbefugtes Betreten von Gleisanlagen besser verhindert werden. Bis Ende des Jahres sollen solche Kameras an 23 U-Bahnhöfen installiert sein, wie die BVG der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Stand Ende Juni waren an 16 Bahnhöfen rund 80 dieser Spezialkameras in Betrieb.
Automatische Erkennung von Unbefugten
Die Detektionskameras erkennen automatisch, ob sich Personen in nicht öffentlichen Bereichen wie Tunneln oder Gleisanlagen aufhalten. Bei einem solchen Vorfall wird sofort ein Alarm an die Sicherheitsleitstelle der BVG gesendet. Dort können die Mitarbeiter per Mausklick die Kamera auswählen und live verfolgen, was im gefährdeten Bereich geschieht. Personen im Kamerabild werden dabei mit einem roten Rahmen hervorgehoben.
Die Technik wird unter anderem an den U-Bahnhöfen Schloßstraße, Zoologischer Garten und Kottbusser Tor eingesetzt. Die vollständige Liste der Standorte hält die BVG aus Sicherheitsgründen geheim.
Schwerpunkt U-Bahnhof Schloßstraße
Ein besonderer Fokus liegt auf dem U-Bahnhof Schloßstraße. Hier sind 24 der rund 80 Kameras installiert. Der Bahnhof hatte für die BVG Priorität, nachdem es dort im November 2025 zu einer fahrlässigen Brandstiftung in einem Tunnel gekommen war.
Die Kameras sendeten zwischen Mitte April und Ende Juni 44 Alarme wegen Personen im Gleisbereich und sechs Alarme wegen unbefugtem Aufenthalt in Betriebsanlagen. Fahrzeuge, die durch den Kamerabereich fahren, lösen keinen Alarm aus – die Geräte unterscheiden zuverlässig zwischen normalen Bewegungen und Gefahrensituationen. Auch auf dem Bahnsteig können die Kameras zwischen Fahrgästen und Personen in nicht öffentlichen Bereichen differenzieren.
Reaktionsmöglichkeiten der Sicherheitsleitstelle
Die Mitarbeiter in der Sicherheitsleitstelle haben verschiedene Optionen, um auf einen Alarm zu reagieren. Sie können die Polizei alarmieren oder bei unmittelbarer Gefahr durch den Bahnbetrieb die Fahrsignale auf Rot stellen. Auch eine Aufforderung an die U-Bahnfahrer, langsamer zu fahren, ist möglich. „Die Technik hilft uns, schneller und gezielter zu handeln“, erklärte ein BVG-Sprecher.
Mit dem Ausbau der Detektionskameras will die BVG die Sicherheit im ÖPNV weiter erhöhen. Die Investitionen in die Überwachungstechnik sind Teil einer umfassenden Strategie, um Vandalismus und gefährliche Eingriffe in den Bahnbetrieb zu reduzieren.



