Pünktlich zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sechs ihrer U-Bahnhöfe in sogenannte „Toooooooor“-Stationen umgewandelt. Wie das landeseigene Unternehmen am Sonntag mitteilte, wurden in der Nacht zu Sonntag die Bahnhöfe Frankfurter Tor, Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Brandenburger Tor, Oranienburger Tor und Schlesisches Tor für die Dauer der WM in Mexiko, Kanada und den USA umgestaltet.
Euphorische Verlängerung an den Schildern
An den Bahnsteigen und Zugängen prangt nun eine „euphorische Verlängerung“ in Form eines langen „Toooooooor“ auf den Schildern. So wird aus dem Kottbusser Tor etwa das „Kottbusser Toooooooor“. Die Aktion soll die gemeinsame Freude an der WM in den Alltag der Fahrgäste bringen. „Mit unseren ‚Toooooooor‘-Bahnhöfen wollen wir die gemeinsame Freude an der WM direkt in den Alltag unserer Fahrgäste bringen und der Stadt ein Lächeln schenken“, erklärte Ineke Paulsen, Marketingleiterin der BVG.
Sanierungsstau bleibt bestehen
Die kreative Aktion kann jedoch nicht von den ernsten Problemen der Berliner U-Bahn ablenken. Wie der Tagesspiegel berichtete, musste der Verkehr auf der stark frequentierten Linie U1 vor wenigen Tagen stark eingeschränkt werden – aufgrund von Schäden an Schienen und Schwellen. Züge auf der parallel verlaufenden Linie U3 können wichtige Streckenabschnitte aus Sicherheitsgründen derzeit nur mit 25 Kilometern pro Stunde befahren. Der Sanierungsstau bei der U-Bahn insgesamt ist enorm. Zwischen 2026 und 2035 sollen drei Milliarden Euro investiert werden. Laut Verkehrsverwaltung sind für die Grundinstandsetzung 1,3 Milliarden und für die Tunnelsanierung 1,6 Milliarden Euro vorgesehen. Ob das ausreicht, daran haben Experten Zweifel.



