Berlin – Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine umfassende Reform des Führerscheins beschlossen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärte, der Führerschein solle billiger, digitaler und einfacher werden. Die Änderungen treten ab Januar 2027 in Kraft.
Der Theorieunterricht wird künftig komplett digital möglich sein. Fahrschulen können selbst entscheiden, ob sie Präsenz-, Hybrid- oder Online-Unterricht anbieten. Die Theorieprüfung wird vereinfacht: Der Fragenkatalog schrumpft von 1169 auf 840 Fragen, jede zählt nur noch einen Punkt. Sicherheitsrelevante Fragen müssen korrekt beantwortet werden.
Die Zahl der Pflicht-Sonderfahrten wird drastisch reduziert: Statt bisher zwölf sind künftig nur noch drei Fahrten vorgeschrieben – je eine Überland-, Autobahn- und Nachtfahrt. Die praktische Prüfung dauert nur noch 40 statt 55 Minuten, davon 25 Minuten im Auto. Fahrschüler können zudem mit Eltern oder Großeltern üben, sofern sie die Theorie bestanden und mindestens sechs Fahrstunden absolviert haben; die Begleitperson muss seit mindestens sieben Jahren im Besitz eines Führerscheins sein.
Künftig sollen Preise und Erfolgsquoten der Fahrschulen zentral veröffentlicht werden, um Transparenz zu schaffen. Fahrlehrerverbände warnen jedoch vor Qualitätsverlusten, insbesondere durch die Kürzung der Sonderfahrten und den reinen Online-Unterricht.
Verkehrsminister Schnieder verspricht sinkende Kosten, gibt aber kein konkretes Sparversprechen ab. Fahrschüler könnten durch weniger Sonderfahrten mehrere hundert Euro sparen, doch ein „Billig-Führerschein“ für 2000 Euro sei nicht zu erwarten, da Personal-, Fahrzeug- und Spritkosten weiterhin die größten Kostentreiber bleiben.



