Frankfurt weitet Kameraprojekt gegen Falschparker in Bussen aus
Frankfurt weitet Kameraprojekt gegen Falschparker aus

Die Stadt Frankfurt am Main weitet ihr ungewöhnliches Projekt zur Erfassung von Falschparkern aus. Linienbusse, die mit speziellen Kameras ausgestattet sind, haben in den vergangenen Monaten Hunderte Verstöße dokumentiert. Nun sollen weitere Fahrzeuge mit der Technik nachgerüstet werden.

Erfolgreiche Zwischenbilanz nach vier Monaten

Insgesamt haben zehn mit Kameras bestückte Linienbusse in Frankfurt 421 Falschparker aufgenommen. Wie Mobilitätsdezernat, Ordnungsamt und die Nahverkehrsgesellschaft traffiq mitteilen, wurden bis Ende Mai 325 Bußgeld- und 75 Verwarngeldbescheide versendet. Der Probebetrieb war im Februar gestartet.

Die Kameras sind hinter der Windschutzscheibe montiert. Blockiert ein Falschparker den Fahrweg, etwa auf einer Busspur, oder kann der Bus eine Haltestelle nicht richtig anfahren, lösen die Busfahrer per Knopfdruck eine kurze Serie von Einzelfotos aus. Diese Aufnahmen dienen als Beweismittel für die Bußgeldstelle.

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Schwerpunkt Alt-Sachsenhausen

Ein besonderer Schwerpunkt der Verstöße war das Ausgehviertel Alt-Sachsenhausen, wo viele Autofahrer auf Busspuren parkten. Die Technik soll helfen, den Nahverkehr pünktlicher zu machen und Verspätungen für Fahrgäste zu vermeiden. Die dokumentierten Verstöße führen jedoch nicht zum Abschleppen der Fahrzeuge, sondern nur zu einem Bußgeld.

Ausweitung auf weitere Busse und Straßenbahnen

Demnächst sollen in mindestens zehn weiteren Bussen Kameras installiert werden. Zudem ist geplant, im Laufe des Jahres fünf Straßenbahnen mit der Technik auszustatten. Das Bußgeld für das Halten oder Parken auf einer Busspur oder an einer Bushaltestelle beträgt mindestens 70 Euro, wenn der öffentliche Nahverkehr behindert wird.

Wiesbaden zieht positive Bilanz

Die Stadt Wiesbaden hatte bereits im September 2024 Busse mit Fotobeweis eingeführt. Auch dort wird das Projekt als Erfolg gewertet. Im Januar beschloss die Stadt, die Flotte von 14 auf 54 Linienbusse mit Frontkameras aufzustocken. Die Erfahrungen in beiden Städten zeigen, dass die Kameras eine abschreckende Wirkung haben und die Zahl der Falschparker reduzieren können.

Das Projekt in Frankfurt und Wiesbaden könnte als Vorbild für andere Städte dienen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Die Technik ist vergleichsweise günstig und einfach nachzurüsten. Sie entlastet zudem die Polizei, die nicht mehr vor Ort sein muss, um Verstöße zu ahnden.

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