Erster ICE L auf Sylt mit Nordseewasser getauft – Kritik von Inseln
Erster ICE L auf Sylt mit Nordseewasser getauft – Kritik von Inseln

Am Dienstagmorgen wurde am Westerländer Bahnhof der erste Zug der neuen ICE-L-Generation getauft. Statt Sekt floss frisches Nordseewasser über den Namenszug. Die Taufe übernahmen Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) und DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck, begleitet vom Sylter Shanty-Chor.

Der 256 Meter lange Zug bietet einen stufenlosen Einstieg, was besonders Reisenden mit Koffern, Kinderwagen oder Rollstuhl zugutekommt. Auch der Mobilfunkempfang soll verbessert sein. Derzeit pendelt der ICE L zwischen Westerland und Hamburg. Ab dem 14. Juni soll er Sylt direkt mit Berlin verbinden, die Fahrzeit beträgt etwa fünfeinhalb Stunden.

Mitte Juli sollen zwei weitere Verbindungen nach Köln und Frankfurt folgen. Die Deutsche Bahn investiert rund 550 Millionen Euro für die ersten 23 Züge inklusive Lok. Insgesamt 60 dieser Bauart will die Bahn in Spanien bauen lassen, um die Fernverkehrsflotte zu modernisieren.

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Doch die neue Generation stößt auf Kritik. Jörg von Böhlen, Betriebsrat der Asklepios-Nordseeklinik Sylt, bemängelt ungünstige Abfahrtszeiten, fehlende Stopps in Keitum und Morsum sowie die fehlende Nutzbarkeit mit dem Deutschlandticket. Für die Inseln Föhr und Amrum hat die Verbindung einen weiteren Nachteil: Anders als sein Vorgänger kann der ICE L nicht geteilt werden. Seit November fährt kein Fernverkehrszug mehr direkt zum Anleger nach Dagebüll, was eine fast 100-jährige Tradition beendet.

Urlaubsgäste nach Föhr oder Amrum müssen in Niebüll umsteigen und teilweise längere Fußwege in Kauf nehmen. Föhrs Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt sieht darin einen großen Nachteil, besonders für ältere Reisende und Familien. Die Bahn verspricht ab Sommer mehrere Verbindungen mit Umstieg am gleichen Bahnsteig.

Die Marschbahnstrecke zwischen Niebüll und Westerland leidet seit Jahren unter Zugausfällen und Verspätungen. Ein Fünf-Punkte-Plan soll den Betrieb bis Jahresende zuverlässiger machen. Der Einsatz des ICE L bringt Pendlern laut Kritikern jedoch keine Verbesserung.

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