Generalsanierung der ICE-Strecke Berlin-Hannover: Fahrzeitverlängerung um bis zu 80 Minuten
Berliner Pendler und Reisende müssen sich ab Oktober 2026 auf erhebliche Einschränkungen im Fernverkehr zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen einstellen. Die Deutsche Bahn führt eine umfassende Generalsanierung der Strecke zwischen Berlin und Lehrte bei Hannover durch, die von Oktober 2026 bis Dezember 2027 dauern wird. Die Fahrzeit zwischen den beiden Hauptbahnhöfen verlängert sich um 60 bis 80 Minuten.
Streckensperrungen und Umleitungen
Der Abschnitt zwischen Berlin-Spandau und Fallersleben (bei Wolfsburg) wird in zwei Phasen komplett gesperrt: von Oktober bis Dezember 2026 und erneut im gleichen Zeitraum 2027. In diesen Zeiträumen werden die Fernzüge zwischen Hannover und Berlin umgeleitet und halten abwechselnd in Braunschweig und Magdeburg. Die Züge zwischen Amsterdam und Berlin werden über Hamburg umgeleitet, was zu einer etwa 70-minütigen Fahrzeitverlängerung führt.
Zwischen den beiden Bauphasen gibt es von Februar bis Juli 2027 eine Totalsperrung zwischen Lehrte und Fallersleben. Von Dezember 2026 bis Oktober 2027 fahren die Fernzüge in Richtung Hannover über Wolfsburg, während sie in Richtung Berlin weiterhin die Umleitung über Magdeburg nehmen.
Auswirkungen auf den Nahverkehr
Die Deutsche Bahn bemüht sich, den Nahverkehr so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. „Nahverkehrszüge werden, wo immer es möglich ist, bis dicht an den gesperrten Streckenabschnitt geführt, sodass den Fahrgästen möglichst die gewohnten Verbindungen auf der Schiene bestehen bleiben“, teilte die Bahn mit. Wo keine Regionalzüge fahren können, wird ein Ersatzverkehr mit purpurfarbenen Bussen eingerichtet.
Fahrpläne ab Ende Juni verfügbar
Ab Ende Juni können Reisende die Fahrpläne für die erste Bauphase (bis 12. Dezember 2026) im DB Navigator oder den Apps der Verkehrsverbünde einsehen.
Hintergrund der Generalsanierung
Die Strecke Berlin-Hannover ist mit 221 Kilometern die zweitlängste Achse, auf der umfangreiche Bauarbeiten stattfinden. Täglich verkehren dort mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie etwa 90 Güterzüge. Während der Sanierung werden unter anderem mehr als 175 Weichen, 260 Kilometer Gleise und 13 Kilometer Lärmschutzwände erneuert. Zudem werden 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut.
Die Deutsche Bahn modernisiert bis Mitte der 2030er Jahre rund 40 stark befahrene Schienenkorridore. Das Konzept der Generalsanierungen mit längeren Sperrungen gilt angesichts des schlechten Zustands der Schieneninfrastruktur als alternativlos, da so deutlich umfangreichere Modernisierungen umgesetzt werden können als bei Bauarbeiten während des laufenden Betriebs.



