Brückenschluss über dem Nord-Ostsee-Kanal: 1.250-Tonnen-Mittelteil eingehoben
In Rendsburg ist am Morgen das 1.250 Tonnen schwere Mittelteil der neuen Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal eingehoben worden. Experten nutzten hydraulische Pressen, um das 118 Meter lange Bauteil in rund 50 Metern Höhe zu positionieren. Der Sprecher der bundeseigenen Projektmanagementgesellschaft Deges, Ulf Evert, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Der Einhub ist gelungen, das Stück hat gepasst.“ Um 9:52 Uhr waren die Arbeiten beendet, und seit 10:00 Uhr ist der Kanal wieder für die Schifffahrt freigegeben.
Weg des Mittelteils: Vom Kanalhafen zur Brücke
Das massive Stahlbetonteil wurde im Rendsburger Kanalhafen gefertigt und am Dienstag auf einen Spezialponton verladen. Am Mittwochabend brachte man es auf dem Wasserweg unter die bereits bestehenden Brückenenden auf beiden Seiten des Kanals. Von dort wurde es dann in die endgültige Position gehoben.
Warum die neue Brücke dringend benötigt wird
Der Neubau war notwendig geworden, nachdem eine Routineprüfung im Sommer 2013 starken Verschleiß an den Betonelementen der alten Brücke festgestellt hatte. Die alte Rader Hochbrücke musste daraufhin teilweise für Lastwagen gesperrt werden. Sachverständige bescheinigten eine Restnutzungsdauer nur bis Ende 2026. Die neue Brücke soll noch in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben werden – voraussichtlich ab Ende 2026 rollen die ersten Fahrzeuge über das 307-Millionen-Euro-Bauwerk. Anschließend beginnt der Abriss der alten Brücke, und 2028 soll an gleicher Stelle der Bau der zweiten neuen Brücke starten. Laut Deges belaufen sich die Gesamtprojektkosten auf knapp 900 Millionen Euro.



