Güterschiffe auf der Donau sind aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des daraus resultierenden Niedrigwassers gezwungen, ihre Ladung drastisch zu reduzieren. Eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK in Nürnberg erklärte, dass Schiffe mit einem regulären Fassungsvermögen von 2000 Tonnen derzeit nur 300 bis 500 Tonnen laden können, um nicht auf Grund zu laufen. Die restliche Fracht muss in Häfen zwischengelagert werden.
Staustufen regulieren Wasserstand, Nadelöhr bleibt
Der Wasserstand auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal (MDK) und den ausgebauten Teilen der Donau wird durch Staustufen reguliert, so die Sprecherin. Zum Nadelöhr für die Güterschifffahrt wird jedoch der nichtausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen. Schiffe müssen ihren Tiefgang täglich an den aktuellen Wasserstand anpassen, um sicher navigieren zu können.
Für Leichterungen, also das Abladen von Gütern, stehen in den Standorten Regensburg und Passau der Bayernhafen-Gruppe Umschlag- und Lagerkapazitäten zur Verfügung, wie eine Sprecherin mitteilte. Neben Regensburg und Passau gehören zur Bayernhafen-Gruppe die Binnenhäfen Aschaffenburg am Main, Bamberg, Nürnberg und Roth am Main-Donau-Kanal.
Rheinwasserstand beeinflusst Schifffahrt zusätzlich
Obwohl an der ausgebauten Donau eine Mindest-Fahrrinnentiefe lange gewährleistet werden kann, macht sich der aktuell niedrige Wasserstand des Rheins bemerkbar. Schiffe in Richtung Rhein und Nordseehäfen können weniger Ladung aufnehmen als üblich, und Schiffe vom Rhein kommen mit reduzierter Ladung an.
Die Reedereien MSG Würzburg und Bavaria Stockstadt betonten die Bedeutung der Binnenschifffahrt für das Klima: Binnenschiffe verursachen pro transportierter Tonne weniger Emissionen als Lastwagen, entlasten die Straßen und reduzieren Luftschadstoffe. „Wir passen Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die eingeschränkte Schiffbarkeit an und halten Transporte von Agrarprodukten, Baustoffen, Stahl und weiteren Gütern bestmöglich aufrecht“, sagte MSG-Vorsitzender Martin Staats.
Infolge des über Wochen trockenen Wetters führen viele Flüsse in Bayern wenig Wasser. Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Landesamts für Umwelt wies insbesondere für die Donau zuletzt sehr niedrige Wasserstände aus.



