Rader Hochbrücke: 118 Meter langes Mittelstück auf Ponton verladen
Rader Hochbrücke: Mittelstück auf Ponton verladen

Der Lückenschluss bei der neuen Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg rückt näher. Das 118 Meter lange Mittelstück wurde auf einen Spezial-Ponton verladen. Das Brückenteil war zuvor im Rendsburger Kanalhafen gefertigt worden, wie Projektleiter Martin Steinkühler von der bundeseigenen Projektmanagementgesellschaft Deges sagte. Nach dem Transport wurde der Ponton gedreht und machte längsseits am Kanalhafen fest.

Herausfordernde Verladung

Im Inneren des Spezial-Pontons befinden sich 16 Ballasttanks. Damit die Kaikante nicht durch das 1.250 Tonnen schwere Bauteil beschädigt wurde, kam auch eine Metallrampe zum Einsatz. Dadurch verhinderten Experten, dass die Metallplatte mit dem Gewicht des Bauteils während des Verladevorgangs direkt auf der Kaikante lag. "Das heißt, man muss immer im Ponton mit Ballastwasser spielen. Ballastwasser abpumpen, damit er hochkommt, oder umpumpen, damit er sich dreht", sagte Steinkühler. "Das Beladen eines Pontons ist herausfordernd."

Minister Madsen lobt Fortschritt

Vor Ort verschaffte sich auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen einen Überblick. "Wir sehen, dass eine Baustelle voll im Plan liegt. Es ist eine grandiose Ingenieursleistung, die hier stattgefunden hat", sagte der CDU-Politiker. "Wenn man vor Ort auf der Baustelle ist, trifft man aber auch wirklich super engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

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Lückenschluss am frühen Donnerstagmorgen?

In der Nacht zum Donnerstag soll der Lückenschluss erfolgen. Dann wollen Experten das Mittelstück der ersten Brückenhälfte mit Hilfe von Schwerlast-Krähnen vom Ponton anheben und in 50 Metern Höhe einsetzen. "Der Hubvorgang wird abends beginnen und mehrere Stunden dauern", sagte Projektleiter Steinkühler. Die Endposition werde voraussichtlich am Donnerstag gegen 4.00 Uhr oder 5.00 Uhr erreicht. "Der Grund, warum wir das nachts machen, ist, dass morgens um 5.00 Uhr das Bauwerk am kühlsten, am kältesten ist und damit die Lücke auch am größten. Denn Stahl und Beton zieht sich bei Kälte zusammen und dehnt sich bei Wärme aus und wir wollen sichern, dass wir oben auch in die Lücke reinpassen."

Nach Steinkühlers Angaben machen die temperaturbedingten Veränderungen der Teile des Bauwerks an beiden Seiten des Kanals, die bereits fertig sind, mehrere Zentimeter aus. "Da sprechen wir, was die Lücke zum Einbauen angeht, von einer Spanne von acht bis zehn Zentimetern."

Wie es weiter geht

In den kommenden Monaten werden dann die Fahrbahnen fertiggestellt und die Schutzwände montiert. Ende des Jahres sollen die ersten Autos über die neue Brücke rollen. Wenn wie geplant dann der Verkehr auf die neue Brückenhälfte umgeleitet wird, soll der Abriss der alten Brücke beginnen. 2028 soll an gleicher Stelle mit dem Bau der zweiten Brücke begonnen werden - direkt neben der dann bereits genutzten ersten Brückenhälfte.

Hintergrund: Alter und Notwendigkeit des Neubaus

Die Rader Hochbrücke führt die A7 östlich von Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal und die Borgstedter Enge. Das knapp 1.500 Meter lange Bauwerk wurde 1972 für den Straßenverkehr freigegeben. 2013 stellten Prüfer Verschleiß an der Brücke fest. Der Neubau war notwendig geworden, nachdem Experten im Sommer 2013 bei einer Routineprüfung starken Verschleiß an den Betonelementen festgestellt hatten. Die Brücke musste danach zum Teil für Lastwagen gesperrt werden. Sachverständige bescheinigten eine Restnutzungsdauer nur noch bis Ende 2026. "In der Tat ist es so, dass wir dieses Jahr fertig werden müssen", sagte Verkehrsminister Madsen.

Auf der neuen Brücke werden jeweils drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen - wie dann auf der gesamten Strecke zwischen der Anschlussstelle Büdelsdorf und dem Autobahnkreuz Rendsburg. Die Gesamtlänge der Baumaßnahme beträgt nach Deges Angaben 5,3 Kilometer. Auf insgesamt 6,9 Kilometern werden Lärm- und Windschutzwände errichtet. Allein die Kosten für die erste Brücke betragen 307 Millionen Euro. Insgesamt betragen die Projektkosten knapp 900 Millionen Euro.

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