Siemensbahn-Reaktivierung: Testarbeiten am historischen Viadukt in Spandau begonnen
Siemensbahn: Testarbeiten am Viadukt in Spandau gestartet

Die Deutsche Bahn hält am Zeitplan fest: In gut drei Jahren, im Dezember 2029, sollen auf der Siemensbahn die ersten Züge fahren. Damit das funktioniert, haben nun am historischen Viadukt erste Arbeiten begonnen. Auf zwei Testfeldern wird untersucht, wie das denkmalgeschützte Bauwerk aus dem Jahr 1928 instandgesetzt werden kann.

Vom Lost Place zur modernen Verkehrsverbindung

Ziel der Bahn ist es, die Siemensbahn „vom Lost Place zu einer modernen Verkehrsverbindung“ zu entwickeln, wie Berlins Bahnchef Alexander Kaczmarek sagte. Er betonte: „Die Siemensbahn wird ein Hingucker für die Siemensstadt.“ Bis es soweit ist und die Siemensbahn auch wieder im historischen Blau erstrahlen kann, muss aber noch einiges passieren.

Zwar betont Kaczmarek, dass man „nicht alles abräumen und neu bauen“ müsse. Die Bahn erklärt allerdings auch, dass das Viadukt, das seit 1980 nicht mehr für den Bahnbetrieb genutzt wird, in den vergangenen Jahrzehnten „umfangreiche Schäden“ erlitten hat. Dazu gehören Verformungen, Korrosionsschäden, beschädigte Lager sowie Defizite bei der Entwässerung und am Tragwerk.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Testfelder bis Herbst abgeschlossen

Die Bahn will jetzt unter anderem die alte Oberfläche abtragen, sie neu beschichten und einen Korrosionsschutz auftragen, um die Bauwerke mindestens 40 Jahre vor Schäden zu bewahren. Bis zum Herbst sollen die Arbeiten an den Testfeldern abgeschlossen sein. „Wir wollen vom Testen so schnell wie möglich ins richtige Bauen kommen“, betonte Dorothee Blendin, die als Teilprojektleiterin für die Siemensbahn zuständig ist. 2027 wolle man „voll loslegen“.

Geplanter Betrieb und Fahrgastzahlen

Ab 2029 sollen S-Bahn-Züge im Zehn-Minuten-Takt zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Gartenfeld fahren, mit 40.000 Fahrgästen wird pro Tag gerechnet. Der Entschluss, die Strecke zu reaktivieren, wurde im Jahr 2018 getroffen, als auch der Beschluss fiel, mit „Siemensstadt Square“ ein neues Stadtquartier zu entwickeln. Rund 3750 neue Wohnungen sollen dort entstehen.

„Die Siemensstadt verändert sich“, betonte auch Spandaus Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU). Das funktioniere nur, wenn auch die Anbindung stimme. Umso wichtiger ist aus seiner Sicht, dass mit den Arbeiten am Viadukt nun die Wiederbelebung der Strecke sichtbar wird.

Herausforderungen: Spreebrücke und Ringbahn-Sperrung

Wobei eine größere Herausforderung noch aussteht: Um über die Spree wieder eine Bahnbrücke zu errichten, braucht es einen Planfeststellungsbeschluss. Dieser fehlt bisher noch. Laut Kaczmarek wird auf die Baugenehmigung noch in diesem Jahr gehofft. Am Bahnhof Jungfernheide muss zudem ein neues Gleis samt Bahnsteig gebaut werden, was nicht ohne Sperrung der Ringbahn funktionieren wird. Wie lange diese dauern wird, ist jedoch noch unklar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration