Ein schwerer Sturm hat am Donnerstagabend in Mecklenburg-Vorpommern einen umgestürzten Baum auf das Führerhaus eines Lastwagens stürzen lassen. Der Vorfall ereignete sich auf einer Landstraße bei Lübesse im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Der 26 Jahre alte Fahrer wurde dabei leicht verletzt und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.
Nach Angaben der Polizei war der Baum infolge der heftigen Sturmböen umgefallen und direkt auf das Führerhaus des Lkw gekracht. Durch die Wucht des Aufpralls zersplitterte die Frontscheibe des Fahrzeugs. Der Fahrer wurde von Glasplittern getroffen und erlitt nach ersten Erkenntnissen lediglich leichte Verletzungen. Die Beamten leiteten eine Unfallaufnahme ein und schätzten den entstandenen Sachschaden auf rund 100.000 Euro.
Unwetterartige Böen über Mecklenburg-Vorpommern
Am Abend tobten Wind und Wetter in weiten Teilen des Bundeslandes. Auch andere Regionen Mecklenburg-Vorpommerns waren von umgestürzten Bäumen und herabstürzenden Ästen betroffen. Die Sturmlage sorgte vielerorts für Behinderungen auf den Straßen und hielt die Rettungskräfte in Atem. Besonders der Südwesten des Landes, wo die Gemeinde Lübesse liegt, wurde von den schweren Böen erfasst.
Landstraßen in dieser Gegend sind häufig von dichten Baumreihen und Alleen gesäumt. Bei starken Windböen besteht dort eine erhöhte Gefahr, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume umstürzen. Der Vorfall von Lübesse zeigt, wie schnell eine solche Sturmnacht zur realen Gefahr für Verkehrsteilnehmer werden kann.
Risiko für Lkw-Fahrer bei Sturm
Lastkraftwagen sind bei umstürzenden Bäumen in besonderer Weise gefährdet. Das Führerhaus bietet dem Fahrer zwar Schutz, aber der Aufprall eines schweren Baumes kann erhebliche Schäden verursachen. Dass der 26-Jährige mit leichten Verletzungen davonkam, ist aus Sicht der Einsatzkräfte glücklich zu nennen. Bei dem Unfall entstand am Lkw ein hoher Sachschaden, der von den Gutachtern nun genau beziffert werden muss.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Als Auslöser gilt der Sturm, der in der Nacht durch Mecklenburg-Vorpommern gefegt war. Handelte es sich um eine einzelne Böe oder um eine länger anhaltende Sturmlage? Die Beamten werten dazu die Wetterdaten aus. Fest steht, dass der Baum auf einer Strecke stand, die von Verkehrsteilnehmern regelmäßig genutzt wird.
So verhalten sich Autofahrer bei Sturmwarnung
Bei Unwettern mit starken Böen raten Sicherheitsexperten, Fahrten nach Möglichkeit zu verschieben oder zu vermeiden. Wer unterwegs ist, sollte das Tempo deutlich drosseln und den Abstand zu Bäumen, Gerüsten und anderen möglichen Gefahrenquellen vergrößern. Besonders auf Landstraßen mit Alleen ist höchste Vorsicht geboten. Auch das Parken unter Bäumen sollte bei Sturmwarnung vermieden werden, da Äste oder ganze Stämme herabstürzen können.
Entdeckt ein Autofahrer einen umgestürzten Baum auf der Fahrbahn, sollte er sofort die Polizei oder die Straßenmeisterei informieren. Eigenständiges Entfernen des Hindernisses ist gefährlich und in vielen Fällen gar nicht möglich. Die Einsatzkräfte sichern die Unfallstelle ab und sorgen für eine rasche Räumung. In der Nacht waren neben der Landstraße bei Lübesse auch andere Straßen im Land von umgestürzten Bäumen betroffen.
Schaden in Millionenhöhe? Nur dieser Fall zählt
Der Sachschaden an dem Lastwagen wird von der Polizei auf 100.000 Euro geschätzt. Diese Summe zeigt, welche wirtschaftlichen Folgen ein einzelner Sturmschaden haben kann. Für den Halter des Lkw dürfte die Reparatur oder ein eventueller Ersatz des Fahrzeugs erhebliche Kosten verursachen. Die Versicherung wird prüfen, ob es sich um einen klassischen Sturmfall handelt, der in der Teilkasko abgedeckt ist.
Der verletzte Fahrer konnte nach der ambulanten Behandlung oder einem kurzen Klinikaufenthalt vermutlich bald entlassen werden. Die Polizei gab am Morgen nach dem Unfall keine weiteren Details zum Gesundheitszustand des Mannes bekannt. Es sei aber keine Lebensgefahr, hieß es aus Ermittlerkreisen. Damit bleibt der Vorfall von Lübesse vor allem ein eindringliches Beispiel für die zerstörerische Kraft von Stürmen.
Bilanz der Sturmnacht
In der gesamten Region waren Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz. Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Straßen, einige Strecken mussten vorübergehend voll gesperrt werden. Einsatzkräfte der Straßenmeistereien arbeiteten bis in die Nacht hinein daran, die Fahrbahnen zu räumen. Die Sturmlage hat sich nach Angaben der Meteorologen inzwischen beruhigt, neue Unwetter sind für die kommenden Tage aber nicht ausgeschlossen.
Für die Anwohner in Lübesse bleibt der Vorfall am Donnerstagabend ein einschneidendes Erlebnis. Dass bei solch einem schweren Unglück niemand ernsthaft verletzt wurde, sei bemerkenswert, so ein Sprecher der Polizei. Der Lkw selbst ist ein wirtschaftlicher Totalschaden – der Verlust wird nun von den Versicherern geregelt. Die genaue Schadenshöhe soll in den nächsten Tagen durch einen Gutachter ermittelt werden.



