Hyundai Ioniq 5N vs. Kia EV6 GT: Wer ist der bessere E-Sportler?
Ioniq 5N vs. EV6 GT: Der große E-Sportler-Vergleich

Kia und Hyundai gehörten zu den ersten Herstellern, die bezahlbare Elektroautos mit Sport-Ambitionen auf den Markt brachten. Der koreanische Konzern hat mit dem Kia EV6 GT und dem Hyundai Ioniq 5N zwei Modelle im Programm, die bis heute ihresgleichen suchen. ntv.de hat sich beide Performer noch einmal genau angesehen und verrät, welcher Elektro-Sportler zu welchem Typ passt.

Der Kia EV6 GT: Ein stiller Killer mit Video-Beweis

Schon lange vor der Markteinführung des EV6 GT Ende 2022 zeigte Kia in einem Video, was der Wagen draufhat. Der Allradler wurde unter Reinraumbedingungen in einer blitzsauberen Halle vorbereitet, um gegen hochkarätige Verbrenner anzutreten. Die Konkurrenz konnte sich sehen lassen: Porsche Targa 4, Lamborghini Urus, Ferrari California T und McLaren 570 S wurden beim Drag Race abgehängt. Eine klare Ansage, die damals für Aufsehen sorgte.

Technisch legte der EV6 GT bereits in der ersten Serie mit 585 PS los. Im Zuge der Modellentwicklung wurde die Leistung auf 650 PS angehoben – Spitzenwert, den der Hyundai Ioniq 5N von Beginn an bot. Äußerlich gibt sich der Kia dezent. Die neongelben Bremssättel sind das einzige laute Detail, das auf das enorme Potenzial hinweist. Wer es unauffällig mag, liegt mit dem EV6 GT also goldrichtig.

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Hyundai Ioniq 5N: Der extrovertierte Track-Spezialist

Ganz anders der Konzernbruder: Der Hyundai Ioniq 5N fährt im unverwechselbaren „Performance-Blue“ vor, das sofort alle Blicke auf sich zieht. Rote Zierteile und ein ausgeprägter Diffusor sorgen dafür, dass dieser Hyundai deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt als der eher zurückhaltende Kia. Auf der Rennstrecke will der 5N ohnehin der Boss sein – und das merkt man auch im Alltag.

Beide Modelle basieren auf der E-GMP-Plattform, doch der Hyundai legt seinen Schwerpunkt klar auf Track-Fähigkeiten. Das macht sich vor allem bei hoher Beanspruchung bemerkbar: Auf der Autobahn lässt sich der Ioniq 5N nicht ins Derating zwingen. Selbst nach unzähligen Bremsmanövern und erneuten Beschleunigungen auf 260 km/h bleibt die brachiale Wucht konstant. Ermöglicht wird das durch ein speziell entwickeltes Batteriekühlmanagement, das extreme Belastungen aushält, wie sie sonst nur im Rennsport vorkommen.

Der Kia EV6 GT hält diese Tortur nicht ganz so lange durch. Zwar sprintet er mit ähnlicher Vehemenz auf die gleiche Höchstgeschwindigkeit, doch bei wiederholten Sprints zeigt er deutliche Ermüdungserscheinungen. In diesem Punkt hat der Hyundai also klar die Nase vorn.

Fakten, Zahlen, Alltagstauglichkeit

Beide E-Sportler sind Schwergewichte: Rund 2,3 Tonnen Leermasse stehen in den Papieren. Trotzdem wirken sie auf kurvigen Landstraßen erstaunlich leichtfüßig. Der Hyundai beschleunigt mit dem „N-Grin-Boost“ in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, der Kia braucht eine Zehntelsekunde länger. Das ist am Ende aber eher akademisch, denn im Alltag spürt man diesen Unterschied kaum.

Praktisch sind beide ohnehin: Mit 4,70 Meter (Kia) beziehungsweise 4,72 Meter (Hyundai) Länge bieten sie genug Platz für die ganze Familie. Die Kofferräume sind ordentlich dimensioniert, die Rücksitze lassen sich für größere Transporte umklappen. So verbinden die Koreaner Sportlichkeit mit Alltagsnutzen – eine Kombination, die in der Elektrowelt selten ist.

Preise und Ausstattung: Wer bietet mehr fürs Geld?

Beim Preis zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Der Kia EV6 GT ist deutlich günstiger als sein Konzernbruder und bringt dabei eine beeindruckende Serienausstattung mit. Elektronisch adaptive Dämpfer gehören ebenso zum Serienumfang wie Assistenzsysteme und Navigation. Wer also viel Auto für vergleichsweise wenig Geld sucht, liegt beim Kia richtig.

Der Hyundai Ioniq 5N steht dagegen mit mindestens 76.500 Euro in der Preisliste. Die bequeme Alcantara-Polsterung mit Belüftungsfunktion kostet zusätzliche 1.500 Euro. Dafür bekommt der Käufer ein Fahrzeug, das auf der Rennstrecke keine Kompromisse eingeht. Die Investition fließt vor allem in die Track-Tauglichkeit, etwa das aufwändige Batteriekühlmanagement und die hochfeste Bremsanlage.

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Beide Modelle haben außerdem einen Gag an Bord: simulierte Motorgeräusche und künstliche Schaltrucke, die Verbrenner-Fans ansprechen sollen. Das funktioniert erstaunlich gut, auch wenn es Geschmackssache ist. Wichtig zu wissen: Im Boost-Modus bleibt der synthetische Klang stumm – und genau dieser Modus pusht den Fahrer mit voller Wucht in den Sportsitz. Wer das maximale Performance-Potenzial nutzen will, verzichtet also auf das digitale Sound-Erlebnis.

Fazit: Keine Frage der Qualität, sondern des Typs

Unter dem Strich sind beide Elektro-Sportler des Kia-Hyundai-Konzerns immer noch herausragend. Sie liefern Fahrspaß auf höchstem Niveau, sind alltagstauglich und kostengünstiger als viele Verbrenner-Sportwagen. Die Wahl zwischen Kia EV6 GT und Hyundai Ioniq 5N ist deshalb keine Frage der Qualität, sondern des Charakters.

Der Kia ist der unauffällige Alltagsheld, der bei Bedarf brutal zuschlagen kann – und das zu einem deutlich niedrigeren Preis. Der Hyundai dagegen ist die rollende Showeinlage mit extrovertiertem Auftritt, die auf der Rennstrecke keine Kompromisse macht. Wer beides braucht, muss zum Kia greifen; wer das gewisse Extra an Track-Performance schätzt, findet im Hyundai den perfekten Partner.