Azubi-Start: Diese Versicherungen und Finanzen zählen
Azubi-Start: Versicherungen und Finanzen im Überblick

Der erste Arbeitstag ist geschafft, der Ausbildungsvertrag unterschrieben – doch mit dem Start ins Berufsleben kommen auch finanzielle Fragen auf. Was Azubis jetzt wissen sollten: vom eigenen Girokonto über die richtige Absicherung bis hin zu Steuervorteilen. Ein Überblick.

Das Wichtigste zuerst: Girokonto und Kontoführung

Viele Azubis haben noch das Konto ihrer Eltern. Doch mit dem eigenen Gehalt wird ein eigenes Konto sinnvoll. „Ein kostenloses Girokonto für Auszubildende ist heute Standard“, sagt Finanzexpertin Julia Schmidt von der Verbraucherzentrale Bayern. „Achtet auf versteckte Gebühren wie Kontoführungsentgelte, die nach der Ausbildung oft anfallen.“

Laut einer Umfrage des Bankenverbands haben 87 Prozent der Azubis bereits ein eigenes Girokonto. Wer noch kein eigenes hat, sollte spätestens jetzt eines eröffnen. Wichtig ist auch eine kostenlose Kreditkarte oder Debitkarte für Online-Einkäufe.

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Haftpflichtversicherung: Pflicht für jeden Azubi

Die private Haftpflichtversicherung ist das A und O. Sie greift, wenn man versehentlich Schäden verursacht – etwa beim Ausleihen von Sachen oder im Alltag. „Ohne Haftpflicht kann ein Schaden schnell existenzbedrohend sein“, warnt Schmidt. Azubis sind über die Familienversicherung der Eltern abgesichert, solange sie unter 25 sind und sich in Ausbildung befinden. Danach müssen sie sich selbst versichern – das kostet etwa 60 Euro pro Jahr.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Früh abschließen lohnt sich

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist besonders wichtig, denn sie schützt das Einkommen, falls man krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten kann. „Je früher man eine BU abschließt, desto günstiger sind die Beiträge“, erklärt Schmidt. Ein 18-Jähriger zahlt oft nur 30 bis 50 Euro monatlich, während ein 30-Jähriger bereits das Doppelte zahlen muss. Doch viele Azubis zögern: Nur 17 Prozent der jungen Leute haben laut einer Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine BU.

Steuern: So holt ihr euch Geld zurück

Viele Azubis zahlen im ersten Lehrjahr zu viel Steuern, weil sie oft nur wenige Monate arbeiten. Eine Steuererklärung lohnt sich fast immer – denn Ausgaben wie Fachbücher, Fahrtkosten oder Arbeitsmittel können abgesetzt werden. „Wer eine Steuererklärung macht, bekommt im Schnitt 800 Euro zurück“, so Schmidt. Auch die Lohnsteuerhilfe oder ein Steuerberater können helfen – aber Vorsicht: Die Kosten dafür sind selbst absetzbar.

Weitere Versicherungen: Was ist wirklich nötig?

Neben Haftpflicht und BU gibt es weitere Policen, die Azubis oft angeboten werden – etwa eine Hausratversicherung oder eine Unfallversicherung. Doch nicht jede ist sinnvoll. „Die gesetzliche Unfallversicherung greift bereits bei Arbeits- und Wegeunfällen“, sagt Schmidt. Eine private Unfallversicherung ist nur für Freizeitunfälle interessant, aber meist überflüssig. Auch eine Zahnzusatzversicherung ist für junge Menschen selten nötig.

Sparen und Altersvorsorge: Jetzt anfangen

Viele Azubis verdienen erstmals eigenes Geld – und sollten einen Teil davon zur Seite legen. Ein Notgroschen von drei Monatsgehältern ist ratsam. Dazu kann man mit einem ETF-Sparplan schon früh fürs Alter vorsorgen. „Schon 50 Euro im Monat können über 40 Jahre eine ordentliche Summe ergeben“, erklärt Schmidt. Dank Zinseszins wächst das Kapital schneller, als man denkt – ein Beispiel: Bei 5 Prozent Rendite und 50 Euro monatlich kommen in 40 Jahren über 70.000 Euro zusammen.

Checkliste für den Ausbildungsstart

  • Girokonto: Konto mit kostenloser Kontoführung wählen.
  • Haftpflicht: Prüfen, ob über die Eltern versichert – sonst selbst abschließen.
  • Berufsunfähigkeit: Frühzeitig informieren und günstige Beiträge sichern.
  • Steuern: Steuererklärung machen und Werbungskosten absetzen.
  • Sparen: Monatlich einen festen Betrag zurücklegen.

Der Start ins Berufsleben ist aufregend – mit den richtigen Finanzentscheidungen seid ihr gut vorbereitet. Bei Fragen helfen die Verbraucherzentralen oder unabhängige Finanzberater.

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